Goch: "Wir haben wieder Salz"

Goch: "Wir haben wieder Salz"

Dieser Winter ist noch lange nicht vorbei. Gestern: schon wieder Neuschnee, wenn auch nur wenig. Im Stadtgebiet von Goch waren die Straßen schnell frei. Denn das Silo des Kommunalbetriebs ist wieder gefüllt.

Montags-Überraschung, von der die Wetterfrösche am Abend zuvor fast alle noch nichts geahnt hatten: Neuschnee in Goch – und die Straßen sind frei. Das Team des Kommunalbetriebs schwärmte auch gestern Morgen wieder aus. "Räumen mussten wir wegen der geringen Schneemenge nicht, aber wir mussten alles streuen", so Wolfgang Jansen, Betriebsleiter beim Kommunalbetrieb an der Jurgensstraße in Goch.

Streuen? "Ja, richtig", so Jansen. "Wir haben in der Zwischenzeit wieder Salzlieferungen erhalten." 80 Tonnen Vorrat – das ist durchaus beruhigend. Denn um alle Straßen, für die "die Stadt" zuständig ist, abzustreuen, werden etwa 10 bis 15 Tonnen benötigt. Da darf also noch was kommen. "Wir hatten schon mal vor Karneval und dann nochmals am Rosenmontag Salz nachgeliefert bekommen", sagt KBG-Einsatzleiter Stephan Siebers. "Es handelte sich um so genanntes Rückstandssalz. Das ist eine mindere Qualität, aber wir hatten zumindest etwas, um die Straßen und Gehwege in unserem Zuständigkeitsgebiet frei machen zu können." Das alles nach sehr viel Telefoniererei, genau wie in anderen Kommunen. Irgendwie klappte es dann doch noch mit Nach- und Neulieferungen.

Die Zeit des Bangens zwischendurch – hätte die nicht vermieden werden können? Tenor: Warum haben "die bei der Stadt" vorher nicht mehr Salz gebunkert? "Unser Silo fasst 180 Tonnen, und wir hatten es natürlich randvoll gefüllt", so Wolfgang Jansen. "Das bedeutet also: Wir haben Vorrat für zehn bis zwölf Tage vollen Winterdienst. Normalerweise reicht das, und die Lagerkapazitäten zu erhöhen ist nicht einfach. Es gibt Kommunen, die können alte Stollen für große Salzvorräte nutzen, so etwas haben wir hier in der Region aber nicht. Aus Stahl gebaute Hallen eignen sich nicht fürs Lagern von Salz, weil es Probleme mit der Korrosion gibt. Außerdem können Sie Salzvorräte, die Sie eventuell gar nicht brauchen, auch nicht unbegrenzt lagern." Klar, das kennt man, aus dem Haushalt. Irgendwann wird aus alten Salz-Pfundpaketen gefühlt ein Ziegelstein . . .

Besondere Umstände

Hinzu komme: "Wir haben uns, wie alle anderen Städte und Gemeinden auch, auf die Zusage der Lieferanten verlassen, innerhalb von zwei Tagen könne bei Bedarf nachgeliefert werden", sagt Jansen. "Dieser Winter war – und ist eben einer mit besonderen Umständen, auf so etwas kann man sich nicht vollständig vorbereiten. Auf alle Fälle hat sich gezeigt: Die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden in der Nachbarschaft und mit dem Landesbetrieb Straßen hat funktioniert, wir haben uns gegenseitig aushelfen können." So blieb das mancherorts befürchtete "Winter-Chaos" dann doch aus.

(RP)