Emmerich: Neuer Klinikchef will Bauprojekte vorantreiben

Emmerich : Neuer Klinikchef will Bauprojekte vorantreiben

Johannes Hartmann ist neuer Geschäftsführer der Pro homine für Wesel und Emmerich. Er will investieren und Werte vorleben.

Nach dem Wirbel um die Entlassung des ehemaligen Pro-homine-Geschäftsführers Dieter Morlock ist der neue Chef Johannes Hartmann angetreten, die Häuser des Gesundheitsverbundes in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Gestern hat der 64-Jährige verkündet, mit welchen Vorhaben er die Einrichtungen in Wesel und Emmerich aufstellen will. Auf die Anfrage, inwieweit Fusionen und Kooperationen dabei im Fokus stünden, betonte Hartmann, dass er das Gespräch mit dem Evangelischen Krankenhaus Wesel und dem Klever Krankenhaus suchen werde. Dabei gehe es jedoch zunächst um "Abstimmung", also die Frage, welche medizinischen Spezialleistungen an welchem Standort vorgehalten werden sollen, wo sinnvoll investiert wird.

Der Krankenhausmarkt ist stark in Bewegung - auch in der Pro-homine-Gruppe gibt es viele Baustellen: Hartmann kommt als erfahrener Mann der Branche. 1954 wurde er in Bottrop geboren, 1980 begann seine berufliche Tätigkeit bei der St.-Elisabeth-Stiftung Essen und der aus ihr hervorgegangenen Contilia-Gruppe. In 13 verschiedenen Gesellschaften unter Contilia-Dach war Hartmann tätig, agierte unter anderem als Geschäftsführer der Krankenhäuser in Oberhausen, Essen und Mülheim. Eigentlich hatte der in Mülheim wohnende Hartmann sich im Sommer 2017 zur Ruhe gesetzt, doch habe er zuhause gemerkt, dass er ein Mann für die Arbeit sei. "Ich habe als 15-Jähriger schon auf dem Bau gearbeitet, immer mit angepackt." Als ältester Bruder mit fünf Geschwistern habe er früh Geld verdienen müssen.

Über Kontakte in der Krankenhauslandschaft sei man auf Hartmann getroffen, sagt Aufsichtsratschef Stefan Sühling, Leitender Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Wesel. "Er ist der Richtige und wird Pro homine mit seiner Erfahrung in eine gute Zukunft führen." Hartmann gilt als Mann des Übergangs, sein Vertrag läuft vorerst bis Mitte 2020. Über Hintergründe der Trennung von Dieter Morlock wurde nicht mehr gesprochen, wohl aber wurde vom neuen Chef betont, dass er das Leitbild der Pro homine mit Leben füllen wolle - dort verankert sind die Werte Toleranz und Respekt.

Wer ist dieser neue Weseler Krankenhauschef, was treibt ihn an? Das wollen viele im großen Haus mit dem Marien-Hospital Wesel und der Stiftung St. Willibrordus Emmerich mit insgesamt rund 2800 Mitarbeitern wissen. Hartmann, Vater von drei erwachsenen Töchtern, bezeichnet sich als Teamplayer; die Kollegen mitnehmen, dabei auf die Expertise des Aufsichtsrats zählen, dafür stehe er. Auch betonte Hartmann auffällig deutlich, "kompetente Stellvertreter in den Häusern" an seiner Seite zu haben. Als einer seiner potenziellen Nachfolger gilt sein Weseler Stellvertreter Karl-Ferdinand von Fürstenberg.

Anstehende Investitionen hat Hartmann konkret im Blick. Er muss sich aber erst eine Übersicht verschaffen, kannte das Haus vorher nicht im Detail. Er orientiert sich an dem, was auch sein Vorgänger auf den Weg gebracht hat. "Ein Krankenhaus, an dem nicht gebaut wird, lebt nicht", sagt Hartmann. In Wesel müsse insbesondere der Bauteil A fertiggestellt werden. Anfang 2019 werde das geschehen. Auch Veränderungen im Eingangsbereich seien notwendig. Die Wegeführung passe nicht, Patienten und Besucher nutzen den selben Eingang. Im Kurt-Kräcker-Heim soll der Bereich der Hybrid-Operationen installiert werden - ein Operationssaal mit bildgebenden Anlagen, Computertomographen oder Magnetresonanztomographen.

Für Emmerich kündigte er Investitionen an und betonte: "Der Träger beabsichtigt, das Haus langfristig weiterzuführen." Die noch nicht umgebauten Stationen würden ausgebaut, der Eingangsbereich könne verändert werden. Veränderungen im medizinischen Angebot seien ein laufender Prozess. So sei enge Kooperation in der Radiologie mit der Weseler Radiologie von Claus Kölzer geplant. Teleradiologie lautet das Schlagwort - insbesondere an Wochenenden und Feiertagen müsste nicht mehr vor Ort geröntgt werden. "Das ist mittlerweile in der Krankenhauslandschaft gängige Praxis."

(RP)
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