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Duisburg: Es soll locker, aber dennoch feierlich zugehen

Duisburg : Es soll locker, aber dennoch feierlich zugehen

437 Jugendliche werden in diesen Tagen im evangelischen Kirchenkreis Duisburg konfirmiert. Hier ein Probenbericht.

Ein Maibaum in der Duisserner Lutherkirche? "Könnte man denken", sagt Pfarrer Stefan Korn bei der Generalprobe vor der Konfirmation, "aber tatsächlich ist das unser Taufhimmel. Damit gestalten wir ein Ablöseritual mit den Konfirmanden und ihren Paten." An einem Holzgestell über dem Taufbecken hängen 17 bunte Bänder, die mit den Taufsprüchen der Konfis beschriftet sind. Korn zieht mit seiner Schar probehalber in die Kirche ein. "Nicht so latschen und nicht den Kopf hängen lassen", ermahnt er die allzu coolen Schleicher unter seinen Jungchristen freundlich zu etwas mehr liturgischer Präsenz.

"So, und nun zur Einsegnung in Zweiergruppen nach vorne zum Altar: Emma und Birte, Segen, Segen. Tobias und Aaron, Segen, Segen", wickelt der Pfarrer die heilige Handlung andeutungsweise ab und scheucht die leicht verlegenen Teenager mit einer wedelnden Handbewegung Richtung Taufhimmel. Dessen Bänder sind inzwischen planmäßig von den Taufpaten der Jugendlichen aufgespannt worden. Nun schlüpft jeder Konfi einzeln unter den Bänderhimmel und übernimmt sein Taufband aus der Hand seines Taufpaten.

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"Das ist der Clou an dem Ritual, die Konfis können spüren, wie sie ab jetzt die Verantwortung für ihren christlichen Glauben immer mehr in die eigenen Hände nehmen", hatte Korn im Vorfeld erklärt. Aber auch für die Paten hält der Taufhimmel eine sinnfällige Überraschung bereit. Im Taufbecken liegen Dankeskarten für sie, die die Jugendlichen im Konfirmandenunterricht gemacht haben. Daran hängt je ein Glastropfen, der die Paten an ihre eigene Taufe erinnern soll.

So wird dem Versprechen, das die Paten gaben, als sie ihre kleinen Schützlinge vor 14 Jahren übers Taufbecken hielten, ein feierlicher Abschluss gesetzt. Und es gibt so auch ein offizielles Dankeschön der Gemeinde und der Konfis für ihren Dienst. Die Jugendlichen übernehmen ihre Bänder, die Paten mit ihren Karten gehen auf ihre Plätze zurück. "Bloß nicht verheddern und nicht zu doll ziehen, so fest sitzen die Bänder nicht", sagt Korn. "So, jetzt noch Gratulation der Presbyterinnen, und Verteilung der Halsketten mit Kreuz durch die ehemaligen Konfis und dann sind wir schon durch", dirigiert der Pfarrer, der nichts dem Zufall überlässt.

"Kriegt ihr das da hinten hin, oder ist das zu eng da, dann rücken wir den Tisch weiter nach vorne?" "Jeder nur ein Kreuz", murmelt eine der Presbyterinnen beim Verteilen den klassischen Satz aus dem Film "Das Leben des Brian". Die Umstehenden lachen leise. Tierischer Ernst ist nicht nötig. Locker, liebevoll vorbereitet und trotzdem feierlich geht es zu, das lässt auf einen unvergesslichen Konfirmationsgottesdienst hoffen.

(RP)