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Duisburg: Eigene Bienen für den Kindergarten

Duisburg : Eigene Bienen für den Kindergarten

Ein eigenes Bienenvolk haben seit dieser Woche die Kinder der Kita St. Josef. Bevor die Bienen einziehen konnten, bastelten die Kleinen eigene Imker-Hüte und informierten sich im Bienen-Museum über die Insekten.

Es summt und brummt im Garten der Kita St. Josef an der Bismarckstraße. Seit dieser Woche ist die Kindertagesstätte gleich um mehrere tausend Haustiere reicher: Ein ganzes Bienenvolk ist eingezogen und wird künftig von den Jungen und Mädchen selbst betreut.

Einer der Väter, Sebastian Ewert, ist selbst nebenberuflicher Imker. Er stellte jetzt eins seiner eigenen drei Bienenvölker im Garten der Kita auf. "25 000 bis 30 000 Bienen sind das jetzt. Bis zur Brutspitze werden es 40 000 sein", erklärte er den staunenden Kindern und ihren Eltern, um deren Köpfe ganz viele der kleinen Honigproduzenten summten. Zuvor hatte er die Insekten "eingeräuchert", um sie zu beruhigen. "Eigentlich ist das gar kein Beruhigen", erläuterte der Fachmann. "Wenn Rauch entsteht, saugen sich die Bienen voll mit Honig, um davon so viel wie möglich auf ihrer Flucht mitzunehmen. Dadurch werden die so schwer, dass die Hinterteile runterhängen. Dann können die auch nicht mehr so gut stechen", fuhr er mit einem Augenzwinkern fort.

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Bevor die Bienen in den Garten der Kita Einzug halten durften, informierten sich die Mädchen und Jungen eingehend über die Insekten. "Wenn die sich auf die Blumen setzen, bleibt ganz viel Pollen an den Beinen hängen, wenn die trinken", erklärt die fünfjährige Tiara, was sie über Bienen gelernt hat. "Wenn man die Kinder fragt, ob sie schon mal von einer Biene gestochen worden sind, sagen fast alle Ja. Aber wenn man denen dann Bilder von Bienen und Wespen zeigt, dann wird meist schnell klar, dass es sich um eine Wespe und nicht um eine Biene gehandelt hat", sagt Ewert. Bienen seien grundsätzlich nicht angriffslustig und würden nur stechen, wenn sie gequetscht werden. Ewert selbst ist in seiner Zeit als Hobby-Imker bislang nur zwei Mal gestochen worden - und das, obwohl er keinen Imker-Schutzanzug trägt.

In den vergangenen Wochen hatten die Kinder ein eigenes Haus für ihr Bienenvolk bunt bemalt. Dorthin zogen jetzt mehrere Scheiben mit Bienen aus Ewerts eigenem Volk um, um ein neues zu gründen. "Die Königin bleibt bei ihrem alten Volk. Sie ist größer und mit einem farbigen Punkt markiert und dient nur der Produktion von Nachwuchs." Die umgesiedelten Arbeitsbienen merken ziemlich schnell, dass sie in einem Bienenstock ohne Königin leben, und ziehen selbstständig eine neue nach. Die schlüpft nach 21 Tagen und begibt sich dann auf einen Paarungsflug, bei dem sie so viel Sperma der Drohnen aufnimmt, dass dieses bis an ihr Lebensende zur Nachwuchsproduktion reicht. "Die Königin geht bei der Eiablage damit aber auch sparsam um. Für jedes Ei benutzt sie gerade mal ein Spermium", verrät Ewert.

Wöchentlich wird der Hobby-Imker nun das neue Bienenvolk kontrollieren und betreuen. Etwa alle 14 Tage dürfen ihm die Kinder dabei helfen. Jedes Bienenvolk produziert rund 20 Kilogramm Honig zweimal pro Jahr. "In vier bis sechs Wochen können wir hier die erste Honigschleuderung vornehmen", prognostiziert Imker Ewert. Die Kinder sind schon ganz gespannt.

(RP)