Duisburg: Calaisplatz soll 2020 schöner werden

Masterplan Innenstadt : Calaisplatz soll 2020 schöner werden

Die Anbindung der Altstadt an den Innenhafen ist für Auswärtige kaum ersichtlich. Um diesem Manko abzuhelfen, soll der Calaisplatz umgebaut werden und ein völlig neues Gesicht erhalten.

Der Masterplan Innenstadt wurde bereits 2013 durch das Integrierte Handlungskonzept Innenstadt ergänzt. Nun, fünfeinhalb Jahre später, gibt es auch eine konkrete Beschlussvorlage wie der Calaisplatz samt der anliegenden Straßen in der Altstadt für rund 1,6 Millionen Euro umgebaut werden soll. Dass in der Verlängerung der Münzstraße über den Calaisplatz und die Schwanenstraße direkt zum Innenhafen führt, ist nicht direkt ersichtlich. Der Calaisplatz stoppt den Wegefluss der Fußgänger durch seine Nutzung als schnöder Parkplatz – die Verwaltung spricht von „gestalterischen Schwächen in Bezug auf die Nutzbarkeit eines städtischen Platzes“.

Der 5000 Quadratmeter große Bereich am unteren Ende der Altstadt soll so umgebaut werden, dass nicht mehr parkende Autos im Mittelpunkt stehen, sondern eine große Freifläche entsteht. Der ruhende Verkehr wird in die Randbereiche gelegt, die Anzahl der Parkplätze deutlich reduziert. Autos sollen dann in Schrägstellung entlang der Schwanenstraße abgestellt werden. Der insgesamt verkehrsberuhigte Bereich soll so gestaltet werden, dass die derzeit entstehenden Neubauten der Krankikom-Zentrale und des Hotels mit einbezogen werden.

Wenig ansehnlich: Der Calaisplatz von oben. Er soll im kommenden Jahr grundlegend umgebaut werden. RP-Foto: Mike Michel. Foto: RP/Mike Michel

SPD und CDU hatten zudem in der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte den Antrag gestellt, den Teil der Toilettenanlage abzureißen, der die Sichtachse vom Innenhafen auf den Platz verhindert. Der Betonklotz mit der Aufschrift „Calaisplatz“ wird als Lager für Toilettenartikel genutzt, die problemlos auch anderweitig untergebrachte werden könnten, so die Begründung. Damit die Platzbezeichnung auch künftig direkt erfahrbar ist, schlagen SPD und CDU vor, Kontakt mit Duisburgs Partnerstadt Calais aufzunehmen. Vielleicht könnten die Franzosen ja eine Statue oder etwas Ähnliches beisteuern, um die Verbundenheit beider Städte zu signalisieren. Dabei hoffen die Duisburger, dass sie dafür nichts zahlen müssen und Calais die Statue spendet.

Die neu zu schaffenden Parkflächen an der Schwanenstraße kämen grundsätzlich auch für Kurzzeitparker in Frage. Dies würde den Umschlagsgrad der Parkplätze erhöhen und sich positiv auf die Kundenfrequenz in der Altstadt auswirken. Allerdings verhindere derzeit die noch gültige Parkplatzgebührenordnung für den Kernbereich der Duisburger Innenstadt die Einführung einer Kurzzeitparkregelung in diesem Bereich. Auf langfristige Sicht soll dies aber zumindest geprüft werden.

Auch die Taxiplätze sollen in Richtung Schwanenstraße verlegt werden. Für Radfahrer sollen zehn Abstellbügel aufgestellt werden. Sie sollen künftig im gesamten Bereich des Calaisplatzes in einem markierten Bereich auf der Fahrbahn fahren können. Das führt dazu, dass die Schwanenstraße für Autofahrer von zwei auf eine Fahrspur verengt wird. Außerdem soll eine Querung für Fußgänger mit einer Ampel über die Schwanenstraße zwischen Calaisplatz und Innenhafen eingerichtet werden. Die vorhandene Querung ohne Ampel soll ebenfalls bestehen bleiben, um den Fußgängern hier Vorrang einzuräumen.

Auf der Unterstraße soll im Bereich des neuen Platzes dann Tempo 20 gelten. Zusätzlich erhält die Unterstraße eine durchgängige Verkehrsinsel. Die Bucht für die Reisebusse soll bestehen bleiben. Der Bereich an der Münzstraße wird verkehrsberuhigt gestaltet, um von allen Verkehrsteilnehmern gleichermaßen genutzt werden zu können. Die drei Platanen am Calaisplatz bleiben stehen, die zwei Linden an der Schwanenstraße wie auch die kleineren Bäume sollen dagegen verschwinden. Insgesamt sollen 15 Bäume gefällt und durch elf Neupflanzungen nördlich und südlich des Schiffsanlegers ersetzt werden. Vor dem Neubau soll eine Außengastronomie entstehen.

Der Stadtmauerturm soll durch Bodenstrahler beleuchtet und so besser in Szene gesetzt werden. Der Verlauf der alten Stadtmauer soll durch einen farbigen Pflasterstreifen abgebildet werden.

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