Duisburg Mercatorhalle: Chinesen und Duisburger feiern Frühlingsfest

400 Gäste in der Mercatorhalle : Chinesen und Duisburger feiern Frühlingsfest

Das Jahr des Schweins beginnt in China offiziell erst am 5. Februar, doch gefeiert wurde das Frühlingsfest in Duisburg schon vier Tage vorher.

Im Reich der Mitte ist jedes Jahr einem anderen Tier zugeordnet. Das Schwein steht für Glück und Wohlstand und gutes Gelingen, und das wünschten die Organisatoren den etwa 400 Gästen im kleinen Saal des City Palais in der Mercatorhalle.

Das Fest war ein grandioser Einstieg in das neue Jahr und die deutsch-chinesische Freundschaft, die gerade in Duisburg fest auf Säulen ruht. Bürgermeister Manfred Osenger als Ehrengast betonte das in seinem Grußwort, während Tao Lili, die stellvertretende Generalkonsulin der Volksrepublik China aus Düsseldorf kam, um in ihrer Ansprache darauf hinzuweisen, wie wichtig Duisburg mit seinem Hafen als Knotenpunkt für Warenverschiffung ist. Außerdem soll mit der Zugverbindung zwischen Deutschland und China das Projekt der neuen Seidenstraße befeuert werden.

China feiert in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag als Volksrepublik. 60.000 Chinesen studieren in Deutschland. Dass auch Deutsche die Sprache perfekt beherrschen, bewies Tobias Wilke, der mit Yin Shujun den Abend moderierte. Souverän begrüßte Susanne Löhr, die Geschäftsführerin des 2009 gegründeten Konfuzius-Instituts Metropole Ruhr, zu dem auch Wilke gehört, die Gäste zweisprachig im Saal, in dem es viel zu wenig Sitzplätze gab. Sie trug ein rotes Kleid. Rot war ohnehin die Farbe des Frühjahrsfestes: rote Lampions über der Bühne strahlten mit der ringsum laufenden roten Lichtleiste um die Wette.

Im Eingangsbereich vor dem kleinen Saal stellten viele Firmen und Institutionen aus. Die Universität Duisburg-Essen war mit einem Stand ebenso vertreten wie der Zoo, die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft oder das Lehmbruck-Museum. Das Tierkreis Glücksrad war kräftig im Einsatz, die Panda Snack Bar in der Pause der meist aufgesuchte Ort. Es duftete bis in den Saal hinein nach Rindfleisch-Reis-Teller, Dampfbrötchen mit roter Bohnenpaste, oder chinesischen Teigtaschen.

Derweil lief auf der Bühne ein spannendes Abend-Programm. Nach dem Löwentanz, den zwei junge Männer unter reich geschmückter Tiertracht artistisch absolviert hatten, gab es den Tanz verschiedener Volksgruppen aus China. Dass im Reich der Mitte 56 Minderheiten leben, die unterschiedliche Bräuche und Traditionen haben, davon konnten die Zuschauer an diesem Abend mehr als einen Hauch mitbekommen.

Nach dem Auftritt der Profis kam die zwölfköpfige Tanzgruppe des Gymnasiums Adolfinum aus Moers auf die Bühne. Drei Jungen und neun Mädchen tanzten nach der Choreographie von Chen Jiaxi zu traditionellen chinesischen Liedern, bis endlich Abba-Hits an der Reihe waren. „Dancing Queen“ und „Mama Mia“ brachten die Fußspitzen der 400 Gäste im Saal zum Wippen.

Dass die Chinesen auch die Akrobatik aufs Feinste beherrschen, ist bekannt. Entsprechend kräftig war der Applaus, nachdem Zhao Xiaoxue ihren „Wassermeteor“ mit Krügen und Bändern zum Ausdruck brachte. Jasminblüten untermalten den Auftritt der Sopranistin Anne-Charlotte Montville. Die Französin sang am Schluss des Abendprogramms im Duett mit Kuang Min „China, ich liebe dich“.

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