Duisburg: Die Brüder Darlington

Duisburg: Die Brüder Darlington

Duisburgs Generalmusikdirektor Jonathan Darlington dirigiert heute und morgen in der jeweils ausverkauften Mercatorhalle Haydns "Schöpfung". Es singt der Kathedral-Chor aus Oxford unter Leitung von Stephen Darlington.

Die beiden verstehen sich prächtig. Das sieht man. Jonathan Darlington (Jahrgang 1956), der Duisburger Generalmusikdirektor, hält seinen drei Jahre älteren Bruder Stephen für einen "fabelhaften" Menschen und einen glänzenden Musiker. Und Stephen, offensichtlich mit einem ähnlich heiteren Gemüt ausgestattet wie Jonathan, gab das Kompliment gestern bei einem Pressegespräch nach der Probe zum Siebten Philharmonischen Konzert lachend zurück.

Zwar haben Jonathan und Stephen Darlington in ihrer Jugend häufig zusammen mit den Eltern musiziert (die 91-jährige Mutter singe heute noch, wenn auch etwas vibrierend), doch haben sich ihre beruflichen Wege bislang noch niemals gekreuzt. Dass sie es nun bei der Aufführung von Haydns Oratorium tun, liegt fast auf der Hand.

Stephen Darlington ist Hochschullehrer und Leiter des "Christ Church Cathedral Choir Oxford, des Kathedral-Chors der traditionsreichen englischen Universitätsstadt. Stephen Darlington gehört zu den führenden Chorleitern Englands. Der Kathedral-Chor, der in Duisburg Haydns "Schöpfung" singt, ist ein Knaben- und Männerchor. Er besteht aus 16 Chorknaben und zwölf Erwachsenen, von denen sechs Berufssänger sind, die anderen sind Studenten . Berühmt ist der Chor für seine Konzerte mit Musik aus dem 16. Jahrhundert und des 20. Jahrhunderts.

Stephen Darlington, der übrigens Deutsch in der Schule gelernt hat, trat mit seinem Chor schon mehrfach in Deutschland auf. In Duisburg war er vor drei Jahren. Damals besuchte er ein Konzert, das sein Bruder im Theater am Marientor "sehr gut" dirigierte. Überhaupt würden beide, so oft es geht, die Konzerte des Bruders besuchen, verrieten die Darlingtons.

Bei der Interpretation von Haydns "Schöpfung" stimmen beide Brüder offenbar vollkommen überein. "Das liegt gewissermaßen in den Genen", sagte Jonathan schmunzelnd. Aufgeführt wird das Oratorium mit einem vergleichsweise kleinen Chor und nur 30 Instrumentalisten. Zwar wird Haydns berühmtes Werk gelegentlich auch in großer Besetzung aufgeführt, die Brüder Darlington ziehen jedoch den kleinen Rahmen, der mehr "Balanz" ermögliche, vor.

Der Chor sei "großartig", schwärmte zum Abschluss des Pressegespräch Jonathan Darlington. Auch die Solisten. Unter ihnen ist Solveig Kringelborn, die bei der Friedensnobelpreisfeier von Obama in Stockholm gesungen hatte. Die Duisburger Konzerte sind seit Wochen ausverkauft.

(RP)