Duisburg: Alle gegen Nazis

Duisburg: Alle gegen Nazis

1000 Anhänger von "pro NRW" wollen am Sonntag vor die Moschee in Marxloh ziehen. Dagegen hat sich ein breiter Widerstand formiert. Tausende Gegendemonstranten werden erwartet, unter ihnen auch SPD-Chef Sigmar Gabriel. Ein Großaufgebot der Polizei wird Marxloh abriegeln.

Massiver Widerstand wird den Anhänger der rechtsgerichteten Bürgerbewegung "pro NRW” am Sonntagvormittag entgegenschlagen, wenn sie ab 11 Uhr unter dem Motto ”Abendland in Christenhand” protestierend vor die Marxloher Merkez-Moschee ziehen wollen. Mehr als 70 Organisationen aus Politik, Gesellschaft, Kirche und Kultur werden sich dem so genannten "Sternenmarsch” durch Marxloh friedlich entgegenstellen. In vorderster Front werden auch der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel und die SPD-Landeschefin Hannelore Kraft mitmarschieren. Neben anderen lokalen Politikern schließt sich Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der angekündigt hat, sich notfalls schützend vor die Moschee zu stellen, der Gegen-Demo an. Am Abend zuvor bezieht bereits SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles in der Kulturzentrale "Hundertmeister” Stellung zum Thema.

Polizei warnt vor illegalen Straßensperren

Organisiert haben den Protest das "Marxloher Bündnis” und das Bündnis "Duisburg stellt sich quer.” Friedliche Aktionen und Straßenfeste sind am Wochenende in Marxloh geplant. Sie sollen verhindern, dass die Anhänger von "pro NRW” in den Bereich um die Moschee gelangen können. Die Polizei warnt allerdings alle davor, eigenhändig Straßensperren oder Blockaden aufzubauen. Denn das sei eine Straftat. Die Polizei wird am Sonntag in Marxloh mit einem Großaufgebot vor Ort sein, Straßensperren errichten und den Bereich um die Moschee großräumig absperren. "Pro NRW” hat 1000 Teilnehmer für den "Sternenmarsch” angemeldet. Die Polizei rechnet allerdings mit insgesamt mehreren tausend Teilnehmern, wobei der Großteil aus Gegendemonstranten bestehen dürfte.

Kirche distanziert sich entschieden

  • Fotos : Moschee-Bau im Stadtteil Marxloh

Die Kreuzeskirche in Marxloh bleibt nach dem Gottesdienst am Sonntag noch bis 16 Uhr für Menschen aller Religionen und Glaubensrichtungen für Gespräche geöffnet. Pfarrer Hans Peter Lauer von der evangelischen Bonhoeffer Gemeinde Marxloh-Obermarxloh übt harsche Kritik an "pro NRW”. Der "Sternenmarsch” sei eine Beleidigung für alle Einwohner von Marxloh, die Parole "Abendland in Christenhand” ein Missbrauch des christlichen Glaubens für parteipolitische Zwecke.

Am Samstag NPD-Demo am Hauptbahnhof

Die Bürgerbewegung "Pro NRW” soll unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen, weil Anhaltspunkte für den Verdacht extremistischer Bestrebungen vorliegen sollen. Die Organisation versucht derweil noch weitere Anhänger und Sympathisanten für ihren Protestmarsch am Sonntag zu mobilisieren. Auf ihrer Homepage ist zu lesen, dass Aktivisten der "pro-NRW-Jugend” gestern am Franz-Haniel-Gymnasium in Homberg Flugblätter an die Schüler verteilt hätten.

Einen Vorgeschmack auf die große Demonstration in Marxloh am Sonntag gibt es bereits am Samstagvormittag ab 11 Uhr am Duisburger Hauptbahnhof. Die NPD hat dort eine Demonstration zu einem ähnlichen Thema mit 500 Teilnehmern angemeldet. Erfahrungsgemäß werden aber weit weniger Demonstranten erscheinen.