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Kinder und Jugendliche In Düsseldorf: Wegen Schuldrucks kaum Freizeitspaß

Kinder und Jugendliche In Düsseldorf : Wegen Schuldrucks kaum Freizeitspaß

Die Umfrage der Stadt unter jungen Einwohnern hat gezeigt, dass an den Wochentagen wenig Zeit für Hobbys bleibt.

Der G8-Stress führt in Düsseldorf zu statistischen Überraschungen: Je jünger die Besucher einer weiterführenden Schule sind, desto weniger Freizeit haben sie nach eigenen Angaben. Das hat eine Online-Umfrage der Stadt ergeben, an der sich mehr als 3100 Einwohner zwischen 11 und 20 Jahren beteiligt haben.

Danach erklären die 11- bis 13-Jährigen, dass sie montags bis freitags insgesamt rund 18 Stunden für ihre Hobbys zur Verfügung haben. Bei den 14- bis 17-Jährigen sind es schon gut 23 Stunden, bei den 18- bis 20-Jährigen sogar 28 Stunden. "Wir haben es mit einer Generation zu tun, die unter veränderten Schulbedingungen heranwächst. Darauf müssen wir reagieren", sagt Sozialdezernent Burkhard Hintzsche.

Das bestätigen auch die Angaben der Befragten. Danach bevorzugen 92 Prozent der Jugendlichen - unabhängig von Alter und dem Besuch einer Halb- oder Ganztagsschule - Angebote "ab 16 Uhr". Lediglich für elf Prozent kommen auch Angebote zwischen 14 und 16 Uhr in Betracht. An den Wochenendtagen werden jeweils die Nachmittage bevorzugt (um 70 Prozent), an zweiter Stelle folgt der Samstagabend (41 Prozent).

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Bei der Frage, wie die jungen Düsseldorfer ihre schrumpfende Freizeit verbringen, herrscht große Übereinstimmung: "das Internet nutzen" und "Freunde zuhause oder draußen treffen" dominieren bei der Frage nach den regelmäßigen Beschäftigungen mit Werten zwischen 83 und 94 Prozent. Dahinter kommen Sport (nicht im Verein) und Lesen, also Punkte, aus denen die Stadt Konsequenzen für ihr Handeln ziehen kann. Und das scheint recht dringend angebracht.

Bei den offenen Antworten zur Freizeit äußerten knapp zwei Drittel der Befragten Wünsche zu den Sport- und Spielangeboten. Sie hoffen auf einen Skate- oder BMX-Platz, einen Sportplatz mit Fitness-Möglichkeiten und mehr Tischtennisplatten in der Nähe. Die meisten Wünsche bezogen sich auf die Stadtbezirke 1, 2 und 4, die wenigsten auf 3 und 10.

Rund 32 Prozent der Antworten beschäftigen sich mit Ausgehen und Aufhalten. Trotz einer grundsätzlich positiven Bewertung von Bus und Bahn wünschen sich die Jugendlichen einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, zudem mehr Grünanlagen, Einkaufsmöglichkeiten und Plätze mit Sitzgelegenheiten.

Das Lesen ist bei Mädchen und jungen Frauen deutlich beliebter (87 Prozent) als bei den männlichen Befragten (78). Entsprechend sollten sich die Stadtbüchereien stärker auf die weibliche Zielgruppe konzentrieren. 31 Prozent nutzen die Angebote schon, bei den Jungen und jungen Männern sind es lediglich 22 Prozent. Umgekehrt ist das Verhältnis bei den Jugendfreizeiteinrichtungen. 79 Prozent der Mädchen und Frauen erklärten, diese "nie" zu besuchen, bei den Jungen und Männern gaben 67 Prozent diese Antwort.

Kritisch sind die Jugendlichen mit dem kulturellen Angebot. 21 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Kunstkurse, mehr Musik-, Schauspiel- und Tanzschulen sowie mehr Bildungsangebote für Kunst und Kultur. Auch dabei bilden die weiblichen Befragten merklich den Schwerpunkt.

(RP)