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Düsseldorf: Ampelcheck: Wo Fußgänger und Autofahrer genervt sind

Düsseldorf : Ampelcheck: Wo Fußgänger und Autofahrer genervt sind

RP-Leser haben uns eine Reihe von beispielhaften Kreuzungen und Fußgängerüberwegen genannt, bei denen sie die Regelungen nicht nachvollziehen können oder auf denen sie sich unsicher fühlen.

Dorotheenstraße: Grünphase reicht nur für Sportler

Wer in einem Anlauf die Ampeln über die Dorotheenstraße/Ecke Ackerstraße überqueren will, muss richtig gut in Form sein. Das hat Harald Schwenk, Mitglied in der Bezirksvertretung 2 für die Grünen, in Selbstversuchen mit der Stoppuhr festgestellt. Um beide jeweils zweispurige Fahrbahnen und die Gleise in der Mitte ohne Zwischenstopp zu schaffen, braucht man für die Nordfurt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund sieben Stundenkilometer, für die Südfurt sind sogar 8,4 Stundenkilometer nötig — also eine Geschwindigkeit, die schon unter Jogging fällt.

Schwenk: "Im Versuch war es möglich, die südliche Furt in West-Ost-Richtung in leichtem Trab zu queren, dabei die zweite Fahrbahn beim Umspringen der Lichtsignalanlage auf gelb zu betreten, die letzten beiden Schritte bei schon roter Ampelphase zu unternehmen." Er fragt sich, von welchen Fußgängern das Amt für Verkehrsmanagement in seinen Berechnungen ausgeht — und wie viele Fußgänger diese stressige Ampel meiden, obwohl sie an zentraler Stelle im Stadtteil liegt. Nutznießer sind die Autofahrer: Durch die eilige Ampel können mehr Autos den viel befahrenen Lastenring passieren.

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Herzog-/Friedrichstraße: Linksabbiegen klappt nicht

Wer auf der Friedrichstraße Richtung stadteinwärts unterwegs ist und nach links in die Herzogstraße (Richtung Kniebrücke) abbiegen will, der braucht Geduld: Denn selten kommen mehr als zwei oder drei Autos wirklich weiter. Das hat mehrere Gründe: Vor allem eine unmittelbar hinter der Kreuzung liegende Fußgängerampel hat dann Grün, wenn auch der Linksabbiegeverkehr fahren darf. Das führt dazu, dass die Fahrzeuge sofort wieder stoppen müssen, um die Fußgänger die Bahn überqueren zu lassen.

Da viele Autofahrer an dieser Stelle nicht begreifen, dass man dort zwei Spuren zur Verfügung hat, sich also quer auf diese beiden Spuren stellen, blockieren sie die von hinten nachrückenden Fahrzeuge — und es kommt zu den extremen Wartezeiten. Der Verkehr staut sich an dieser Stelle oft mehrere hundert Meter zurück. Sollte man als Lösung eine eigene Grün-Schaltung für die Linksabbieger einrichten, käme es zu längeren Wartezeiten durch diese zusätzliche Ampelphase.

 Der nach links abbiegende Verkehr in die Herzogstraße fließt nicht, weil der vordere Autofahrer wegen der Fußgänger warten muss.
Der nach links abbiegende Verkehr in die Herzogstraße fließt nicht, weil der vordere Autofahrer wegen der Fußgänger warten muss. Foto: Endermann, Andreas

Behindert würde dadurch der Verkehr, der die Kreuzung Richtung Corneliusstraße befährt oder seinerzeit links abbiegen will — ebenfalls sehr rückstau-gefährdet

Am Bahnhof Bilk gibt es viele Ziele, aber nur wenig Platz

Den Fußgängern, die rund um den Bilker Bahnhof unterwegs sind, kommt im Wortsinne ständig etwas in die Quere. Autos und Bahnen schlängeln sich auf schwer zu überblickenden Strecken an den Baustellen für die Wehrhahn-Linie entlang. Und kaum ist das vermeintlich rettende Ufer erreicht, müssen die Fußgänger auch schon die Radwege kreuzen, die in aller Regel nicht nur in der vorgeschrieben Fahrtrichtung genutzt werden.

Die Probleme resultieren aus den Zielen der Passanten und den verlegten Haltestellen. Mit dem S-Bahnhof, den Düsseldorf-Bilk-Arcaden und dem Real-Markt gibt es gleich drei Orte, die täglich von mehreren Tausend laufenden Verkehrsteilnehmern angesteuert werden. Der Austausch zwischen diesen Zielen erfolgt ausschließlich über den schmalen Übergang unter der dunklen Brücke. Als dort früher noch die Straßenbahnen und Busse ihre Station hatten, war die Gefahr zumindest eindeutig zu lokalisieren.

Nun aber rollen die Busse und Bahnen über den Fußweg hinweg in die beziehungsweise aus der Brunnen-, Merowinger- und Aachener Straße. Bleiben sie noch im Stau stecken, ist das Chaos perfekt.

Wehrhahn/Worringer Straße: Eine Kreuzung für Eingeweihte

Die Kreuzung am Wehrhahn mit ihren vielen Ampeln ist gleich in mehrerer Hinsicht problematisch — und Gegenstand mehrerer Beschwerden von Lesern: Wenn man aus Richtung Adlerstraße links in die Straße Am Wehrhahn einbiegen will, muss man zunächst die Kreuzung passieren, dann rechts einen scharfen Bogen machen, um sich an der Ampel für die Geradeausspur anzustellen. Auf diese kunstvolle Pirouette wird zwar mit einem Schild hingewiesen, sie verwirrt aber trotzdem vor allem Ortsfremde: Immer wieder versuchen Autofahrer, verbotswidrig nach links abzubiegen.

Außerdem kommt die Ampel am Ende des scharfen Rechtsbogens für viele Fahrer überraschend — manche bemerken zu spät, dass sie auf Rot stand. Völlig vergessen wurden an dieser Behelfskreuzung für die U-Bahn-Baustelle außerdem die Radfahrer: Wer mit dem Rad links in Richtung Flingern abbiegen will, muss die Kreuzung queren, sich dann irgendwie am Straßenrand in Sicherheit bringen, das Rad drehen und dann bei der nächsten Grünphase über den Fußgängerüberweg zum Radweg weiterfahren.

Zur Spaghetti-Kreuzung wird der Wehrhahn durch die benachbarte Kreuzung mit der Schirmerstraße, die scharf in Richtung Toulouser Allee abbiegt. Diese Ecke ist aus Sicht mehrerer Leser zu unübersichtlich und gefährlich für Fußgänger.

Die San-Remo-Straße und ihre überflüssige Ampel

Fragt man die Kenner der linksrheinischen Straßensysteme nach der ihrer Einschätzung nach unsinnigsten Ampel, ist sie fast immer dabei: Die Lichtzeichenanlage an der Ecke San-Remo-Straße/Kaiser-Friedrich-Ring. Die San-Remo-Straße ist, wie einige auf den Ring stoßende Straßen auch, nicht gerade stark befahren. Es gibt Verkehre in beide Richtungen, aber das hält sich in Grenzen, finden Beobachter.

Aber im Gegensatz zu den anderen Seitenstraßen hat sie eine Ampel — und die ist so geschaltet, dass sie die Wagen, die beispielsweise von der Oberkasseler Brücke aus auf den Ring eingebogen sind, dort also Grün hatten, sofort wieder stoppt. Aber selbst wenn die Anlage auf Grün steht, behindert sie den Verkehr - denn dann dürfen Linksabbieger in die San-Remo-Straße einbiegen, ordnen sich entsprechend ein — und keiner, der geradeaus will, kommt mehr durch, weil der Ring dort sehr eng ist und viele sich zudem nicht weit genug zur Mitte einordnen.

Auch in die andere Richtung wird sie als Verkehrshindernis gesehen. Sie hilft allerdings Fußgängern, die Straße zu überqueren. Was auf dem Rest des Rings nirgendwo angeboten wird.

Nicht nur am Staufenplatz hat die Bahn immer Vorrang

Haltestellen wie die am Staufenplatz/Burgmüllerstraße gibt es viele in Düsseldorf. Anwohner sind irritiert, weil sie dort beim Überqueren der Fahrbahn Grün haben, aber die Bahn dennoch fährt. Das ist keineswegs ein Versehen oder eine Rücksichtslosigkeit des Fahrers, sondern Teil eines Verkehrskonzeptes, für das sich Düsseldorf vor Jahren entschieden hat und das für alle Übergänge dieser Art gilt.

Diese Knotenpunkte bestehen in der Regel immer aus zwei Fahrspuren je Richtung, einer Verkehrsinsel, den Gleisen, noch einer Verkehrsinsel und den beiden Fahrspuren in die andere Richtung. Die Regel besagt an diesen Stellen: Die Lichtzeichenregelung gilt immer nur zwischen zwei Ampeln — das heißt: hat der Fußgänger Grün, heißt das nicht, dass er auf der kompletten Strecke Grün hat. Oft verlangt die Schaltung, in der Mitte nochmals zu warten. Davon unabhängig fährt die Bahn nach eigenen Vorgaben — und sie hat stets Vorrang. Dass sie kommt, wird an diesen Übergängen mit Blinkern und Lautzeichen angekündigt.

Und dabei kann es passieren, dass sie durchfährt, obwohl die Fußgängerampel auf der Gegenseite grün ist.

Kreuzung Graf-Adolf-Straße/Berliner Allee oft blockiert

Sie ist einer der am stärksten frequentierten Verkehrsknotenpunkte der gesamten Stadt — die Kreuzung Graf-Adolf-Straße/Berliner Allee. Aber nicht nur Autos und Lkw nutzen diese Kreuzung, auch die Rheinbahn schickt mehrere Linien auf einem Doppelgleis in die eine wie die andere Richtung.

Seitdem auf der Graf-Adolf-Straße Richtung Königsallee eine Fußgängerampel installiert oder neu geschaltet wurde, kommt es auf dieser Kreuzung sehr häufig zu Blockaden. Der Grund: Autofahrer fahren bei Grün in den Kreuzungsbereich und bleiben an der Fußgängerquerung hängen. Folgende Fahrzeuge stoppen, und sehr schnell bildet sich ein Rückstau bis in den Kreuzungsbereich, der dann auch die anderen Verkehrsströme stocken lässt. Die Fahrzeuge verkeilen sich regelrecht.

Zu diesem Phänomen kommt es aber auch, weil einige Richtung Kö fahrende Wagen zu spät oder gar nicht erkennen, dass der unmittelbar an der Ecke liegende Fußgängerüberweg ebenfalls nicht frei ist. Sie unterschätzen die Zeit, die die Menschen dort brauchen, um auf die andere Seite zu kommen und müssen warten - was die Kreuzung ebenfalls rasch blockiert.