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Oberkassel: Umbau Christus-König: Kein Stillstand

Oberkassel : Umbau Christus-König: Kein Stillstand

Im September 2011 begannen die Arbeiten zur Umwandlung einer Kirche in ein Familienzentrum. Zur Jahreswende 2012/13 sollten sie abgeschlossen werden. Doch konnte der Zeitplan nicht eingehalten werden.

Die Anwohner beobachten den Umbau der ehemaligen Christus-König-Kirche in ein Familienzentrum sehr aufmerksam. So wird des Öfteren angenommen, dass die Bauarbeiten ruhen, es nicht weitergeht am Ende der Maasstraße. Eine Nachfrage beim Investor ergab, dass der Wintereinbruch die Bautätigkeit empfindlich beeinträchtige. "Trotzdem war die Baustelle sowohl vor Weihnachten als auch im neuen Jahr besetzt", klärte Projektentwickler Christian Zenker von der Paul Schmalenbach Projektentwicklung GmbH auf.

So seien verschiedene Rohbauarbeiten ausgeführt, neue Treppen und Deckenbereiche verschalt worden, die betoniert werden, sobald die Außentemparaturen dies zuließen. "Parallel dazu werden bereits die verschiedenen haustechnischen Leitungen für Wasser und Heizung verlegt", so erklärt Zenker weiter. "In den nächsten Wochen werden dann weitere Gewerke, insbesondere Fassaden- und Fenster, Trockenbau und Estrich ausgeführt."

Zenker betont, dass die Paul Schmalenbach GmbH den Bauablauf im Einzelnen durchstrukturiert habe und das Projekt eng begleite. Schließlich handele es sich beim Umbau einer ehemaligen Kirche aufgrund der komplexen Bestandsstrukturen und der ambitionierten architektonischen Neuplanung um ein Projekt mit Alleinstellungsmerkmal.

Damit sind erst einmal Zweifel ausgeräumt, die Baustelle könnte längere Zeit ruhen. Denn etliche Eltern warten schon auf einen der Kita-Plätze. Das Konzept der Kita entspricht den Düsseldorfer Standards. Geplant ist eine sechsgruppige Einrichtung für Kinder von vier Monaten bis zu sechs Jahren. Die Kita ersetzt dann die heutige sanierungsbedürftige Einrichtung am Pastor-Busch-Weg. Vorgesehen ist, auch Kinder mit körperlichen Einschränkungen aufzunehmen und eine Inklusivgruppe zu gründen. Betrieben wird die Kita vom Trägerverein "Flinger Mobil". Eröffnung soll am 1. September 2013 sein.

Bereits im August vergangenen Jahres war der Kirchenumbau Thema des Tages. Grund: Anwohner hatten beobachtet, dass die Baustelle leer geräumt worden war, ein Stillstand befürchtet wurde. Das wurde vom Investor entkräftet, der erklärte, dass es Probleme mit der oberen Denkmalbehörde gegeben habe, die mit einem Eingriff in die Südfassade nicht einverstanden gewesen sei. Er versicherte, dass man auf dem Weg sei, einen guten Konsens zu erzielen. Klar war zu diesem Zeitpunkt, dass die Verzögerung den Zeitrahmen sprengen wird. Denn bereits zum Jahreswechsel 2012/13 war die Fertigstellung des Umbaus geplant gewesen. Mit dem Bauprojekt wird die ehemalige Kirche vor dem Verfall bewahrt und es werden dringend benötigte Kita-Plätze und Gemeinschaftsräume geschaffen.

Die Christus-König-Kirche wurde 1929/30 von dem Architekten Franz Schneider errichtet. Die Bürger hatten damals großzügig für ihr Gotteshaus gespendet. 1987 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. 2009 hatte sich die katholische Gemeinde aus Kostengründen von der Kirche getrennt. Die Sanierung des fast 80 Jahre alten Gebäudes konnte sie nicht finanzieren. 2011 war sie an einen privaten Investor verkauft worden. Zu diesem Zeitpunkt war die sakrale Ausstattung bereits abgebaut und abtransportiert worden. Das schöne Altarkreuz von Egidio Weinert hängt jetzt im Eingangsbereich des Canisiushauses. Es soll als Dauerleihgabe nach Fertigstellung des Familienzentrums wieder an den alten Ort zurückkehren. Und das Gnadenbild der "Dreihändigen Gottesmutter" bekam einen neuen Platz in der St. Antoniuskirche. Der Glockenturm wird nicht wie einst vorgesehen nach Lörick versetzt. Die drei Glocken sind bereits ausgebaut und befinden sich in der Kirche St. Maria, Hilfe der Christen. Dort bekommen sie eine neue Heimat in einem einfachen Glockenturm, der noch gebaut wird.

(RP)