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Oberkassel: Figuren und Schuhe aus buntem Papier

Oberkassel : Figuren und Schuhe aus buntem Papier

Im Oktober wird in Düsseldorf der Westdeutsche Origami-Tag ausgerichtet. Anfänger und Könner können dann in Oberkassel Tiere, Schachteln und vieles mehr entstehen lassen.

Falten, wenden, einklappen: Mit flinken Fingern hat Maria Rönsberg-Peil (67) in nicht einmal zwei Minuten einen Schmetterling erschaffen. Seit fast zehn Jahren verwandelt sie buntes Papier in Schächtelchen, geometrische Figuren oder Tiere aller Art. Und sie gehört zum Organisatoren-Team des 3. Westdeutschen Origami-Tags am 8. Oktober. Anfänger und Könner, junge und ältere Gäste sowie alle Interessierten sind willkommen, um aus bunten und zumeist quadratischen Papieren zwei- oder dreidimensionale Figuren entstehen zu lassen.

Viele verorten Origami in Japan, sagt Rönsberg-Peil. Dabei wurden Stoffe und andere Materialien schon vor der Erfindung des Papiers - das war um das Jahr 100 vor Christus in China - gefaltet. Chinesische buddhistische Mönche brachten das Papier im Jahr 610 nach Japan. Dort wurde es insbesondere für religiöse Feste gefaltet - zu Kranichen oder Schildkröten. Auch in Europa entwickelte sich eine Papierfaltkunst.

Auch Rönsberg-Peil zeigt Kindergartenkindern und Schülern, wie sie spielend leicht Sterne und Hasen falten. Das fördere die Feinmotorik, Konzentration, Ausdauer und auch die Sprachentwicklung, wenn das Papierfalten etwa mit dem Vorlesen kombiniert werde. Aber auch mit Besuchern des Origami-Treffs der Diakonie in Oberkassel übt die Düsseldorferin. Hier, ausnahmsweise im Dorothee-Sölle-Haus und nicht im "Zentrum plus", sind die Teilnehmer immer wieder fasziniert, welche Formen mit wenigen Handgriffen entstehen. So auch Barbara Petrick-Rump (54), die seit einem Jahr zum Treff kommt und das nette Miteinander schätzt - und natürlich das gemeinsame Falten. "Im Frühling habe ich bis zum Exzess Tulpen gefaltet und sie zu Ostern verschenkt", sagt sie.

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Gleich neben Petrick-Rump sitzt eine echte Expertin: Bettina Borchardt (76) macht seit etwa 20 Jahren Origami-Figuren. Mehrere Ordner mit Faltanleitungen hat sie zu Hause. "Es ist gut für den Geist und die Hände, es fördert das Denken und die Fingerfertigkeit", erklärt sie. "Außerdem gibt es unerschöpfliche Möglichkeiten: Man kann aus einem Blatt Papier immer wieder etwas Neues machen." "Ich mache das gern anstelle von Gedächtnistraining", wirft Borchardts Sitznachbarin Gertrud Jacke (85) ein. Sich die einzelnen Faltschritte zu merken, ist für sie eine schöne Herausforderung und allemal besser als Fernsehen.

Kleine Schachteln oder Kaleidozyklen zu falten ist für die Könner beim Treff in Oberkassel ein wahres Vergnügen. "Wenn es fertig ist, ist es jedes Mal ein sehr schönes Erfolgserlebnis", bemerkt Akiko Berger (71). Für Else Krüger (78) steigert Origami gar die Lebensqualität. Und Bruno Dorner (80), diesmal der einzige Herr in der Donnerstags-Faltrunde, mag die Überraschung, wenn am Ende eine Figur gelingt. "Meine Tochter freut sich, wenn ich ihr Origami-Figuren schicke", sagt er. Auch Maria Rönsberg-Peil ist fasziniert von den Möglichkeiten des Origami: Allein oder in Gesellschaft lasse sich aus einem 15 mal 15 Zentimeter großen Stück Papier so viel erschaffen: Füchse, Fledermäuse, selbst winzige Schühchen hat sie schon gefaltet. "Mit nur fünf Euro lässt sich die Dekoration für eine ganze Hochzeitsgesellschaft machen", bemerkt die 67-Jährige. Umso mehr freut es sie, dass es in Deutschland einen Origami-Boom gibt. Dieser sei nicht nur an den steigenden Mitgliederzahlen bei "Origami Deutschland" und beim Treff in Oberkassel spürbar, sondern auch an der Mode. An Shirts, Bettwäsche oder Servietten mit aufgedruckten Origami-Figuren.

(RP)