Holthausen: Hockey-Training der besonderen Art

Holthausen: Hockey-Training der besonderen Art

Beim Ostercamp des Inline-Skaterhockeyclub Rams sollen die 50 teilnehmenden Jungen und Mädchen Übungen machen, die beide Gehirnhälften aktivieren - "Life Kinetik" nennt sich das Konzept.

Jürgen Klopp macht's. Felix Neureuther auch. Und was für den Erfolgs-Fußballcoach und seine Liverpooler Elitekicker sowie für den Slalom-Vizeweltmeister im Trainingsalltag gut und richtig - weil für sportliche Höchstleistungen förderlich - ist, das sollte auch für den Inline-Skaterhockeyclub Düsseldorf Rams genau das passende Rezept sein auf dem Weg zum Erfolg. Wovon ist überhaupt die Rede? Vom Trainingskonzept Life Kinetik, das der bayrische Diplomsportlehrer Horst Lutz entwickelt hat, und das Sportler durch geeignete Übungen dazu bringt, ihre Leistungsfähigkeit und - vor allem - Handlungsschnelligkeit zu optimieren.

Eine erste Anwendung der "besonderen" Trainingsart erfolgt gegenwärtig im Sportpark Niederheid, wo die Rams ein viertägiges Oster-Camp veranstalten, an dem 50 Kids im Alter zwischen vier und 13 Jahren mit Begeisterung teilnehmen. "Life Kinetik ist Teil des Trockentrainings", erklären Rams-Vize Stefan Sporken und Bambini-Trainer Marcel Schneegans als Organisatoren.

Dabei wird spielerisch durch ungewohnte Bewegungsabläufe das Gehirn trainiert und zu neuronalen Lernvorgängen angeregt. "Manchmal geht's daneben", verrät Liv, Zweitklässlerin der Hermann-Gmeiner-Grundschule in Hassels und aktiv beim Rams-Bambini-Team, wenn sie probiert, einen Ball mit der rechten Hand zu werfen und mit der linken wieder zu fangen. Auch der elfjährige Moritz muss erst Spaß finden an den "Fremderfahrungen", wie es heißt, etwa wenn es darum geht, Bälle quasi gleichzeitig zu fangen und zu schießen. Nils Worrings ist ausgebildeter Trainer für die Life-Kinetik-Übungen. Der 22-jährige Seniorenspieler hat erst kürzlich eine entsprechende Ausbildung absolviert, die von der Krankenkasse Viactiv als Rams-Kooperationspartner bezahlt wurde. "Wir finanzieren bundesweit diese Kurse im Rahmen der uns gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheitsförderung", erklärt Andy Rudziewski von der Krankenkasse Viactiv. Erzieher, Lehrer und Trainer in Kindergärten, Schulen und Vereinen kommen für eine solche Ausbildung in Frage, um Life Kinetik zum Teil ihres Berufsalltags zu machen und zu vermitteln.

Neue Wege gehen beim Training - vor allem bei den Mädchen und Jungen im Nachwuchsbereich - ist für die Rams-Verantwortlichen längst selbstverständlich. "Bei unsern Oster- und Sommer-Camps haben wir das Hockey-Training auch schon mit Breakdance und Kampfsport gekoppelt", erläutert Stefan Sporken. Diese erweiterten Erfahrungen haben, da ist sich der Vereins-Vize sicher, einen positiven Effekt im Wettkampf: "Life Kinetik macht Sportler einfach erfolgreicher."

Worrings, der als Nachwuchstrainer mit der Schülermannschaft der Rams 2017 den deutschen Meistertitel errungen hat, will seine erweiterte Trainingskompetenz auch in den Übungsalltag der Erstliga-Senioren einbringen. "Mal sehen, ob alle bei den ungewohnten Übungen mitmachen", zeigt er sich durchaus skeptisch. Aber genau darum geht es ja: durch Fremderfahrung den Horizont zu erweitern.

(hel)