Garath : 42 Jahre und noch immer torhungrig

Slawomir Schulte steht mit 18 Treffern in der Torjägerliste Kreisliga A aktuell auf Platz drei - ein Fußball-Oldie, der mannschaftsdienlich ist und den richtigen Torriecher besitzt.

Wenn es beim Garather SV ums Toreschießen geht, dann ist Slawomir Schulte gefragt. 18 Treffer hat der Goalgetter des überraschend erfolgreichen Aufsteigers in der laufenden Saison bislang erzielt. In der Torjägerliste der Kreisliga A belegt Schulte aktuell Rang drei. Vielleicht ist die enorme Treffsicherheit auf seine Erfahrung zurückzuführen - denn der Senior " im Team des Liga-Neulings ist inzwischen 42 Jahre alt. "Eigentlich bin ich eher ein mannschaftsdienlicher Spieler", sagt der Fußball-Oldie von sich. "Aber ich habe eben auch einen Torriecher."

Dass er sich als Kicker noch längst nicht aufs Altenteil zurückgezogen hat, liegt vor allem daran, dass für ihn beim GSV gegenwärtig alles stimmt. "Ich fühle mich pudelwohl", bekennt er freimütig. "Mannschaft und Trainer sind eine Familie." Körperlich traut er sich die Anforderungen noch zu. Mit 35 hatte er schon mal probiert, einen Gang zurückzuschalten und zu den Alten Herren zu wechseln. Vergeblich. "Ich fühlte mich damals einfach zu jung dazu", erinnert er sich schmunzelnd. Und auf die Frage, ob denn jetzt nach Saisonende der richtige Zeitpunkt zum Aufhören gekommen sei, lautet die Antwort: "Das steht für mich noch nicht hundertprozentig fest."

In der F-Jugend bei Hilden 05/06 hat Schulte mit dem Kicken begonnen und dort bis zur B-Jugend sein Talent entwickelt. "Dann kamen die Mädchen", verrät er - und es folgte eine Karriere-Pause. Selbst die Chance zu einem Einsatz in der Niederrhein-Auswahl ließ er sausen. Erst für die Hobbymannschaft beim ASV Lank schnürte er später wieder die Fußballschuhe. Vom FC Büderich, wo er acht Jahre lang eine "Super-Zeit" mit Bezirksliga-Auf- und auch -Abstieg erlebte, holte ihn Trainer Guido Braun zur ersten Mannschaft beim VfL Benrath. Seit drei Jahren spielt er nun in Garath.

Mit Freunden zusammen sein, Spaß haben, quatschen und ein Bierchen trinken - das alles ist für ihn beim Fußball stets wichtiger gewesen als Geld. Fan ist er schon seit ewigen Zeiten von Borussia Mönchengladbach, in deren Team er den reaktionsschnellen Raffael und Führungsspieler Lars Stindl besonders schätzt. Mit Ehefrau Julia, die im TV keine Fußballübertragung verpasst, hat er einst die 1:3-Schlappe gegen FC Sevilla im Borussen-Park hautnah miterlebt. Sohn Tobias scheint das Fußball-Gen der Schultes geerbt zu haben. In der F-Jugend beim VfB Hilden, wo "Vater Slawo" als Nachwuchstrainer tätig ist, zeigt er schon früh sein Talent.

Dass es mit seiner Mannschaft beim GSV nach Saisonende aufgrund vereinsinterner Querelen nicht mehr weitergeht, findet Schulte schade. "In meinem Alter gibt es keine Angebote mehr", macht er sich keinerlei Illusion. Eines aber ist für ihn und seine Mannschaftskameraden völlig klar: "Wir werden bis zum letzten Spieltag Vollgas geben und gemeinsam für den Klassenerhalt kämpfen." Dies haben alle Spieler den Trainern versprochen.

(RP)
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