Bilk/Unterbilk : Nachbarschaft am Telefon

Neues Projekt der Friedenskirche soll Senioren soziale Kontakte vermitteln.

Im Alter ist es wichtig, soziale Kontakte aufrecht zu halten - doch es wird auch schwieriger, wenn man wegen körperlicher Einschränkungen schwerer aus der eigenen Wohnung kommt. An diesem Punkt setzt das Projekt "Nachbarschaft am Telefon" an: Karin Martini, Pädagogin in der evangelischen Friedenskirchengemeinde, hat sich mit anderen Gemeindemitgliedern aus Bilk und Unterbilk in den vergangenen Wochen Gedanken gemacht, wie man die betroffenen Senioren in die Nachbarschaft einbinden kann. "Da es im direkten Kontakt nicht mehr so einfach ist, haben wir uns überlegt, das Telefon zur Hilfe zu nehmen", erklärt Martini das Konzept.

Über die Rufnummer des Gemeindebüros findet der erste Kontakt statt. Dort können Senioren angeben, ob sie von anderen Teilnehmern angerufen werden oder selbst mit Nachbarn Kontakt aufnehmen wollen. In öffentlichen Sitzungen am 12. (16-19 Uhr) und 13. Mai (10-16 Uhr) im Saal des Gemeindezentrums soll das Projekt, das momentan noch in den Kinderschuhen steckt, weiterentwickelt werden. "Wir bieten jedem Interessierten die Chance sich zu beteiligen und die Idee auszuarbeiten."

Die Hotline lebt von ehrenamtlichen Helfern wie Beate Ständer. Die 66-Jährige ist Teil des 20-köpfigen Teams und begeistert von der Idee. Sie spricht sich allerdings dafür aus, dass die erste Kontaktaufnahme persönlich im Gemeindezentrum stattfindet. "Ich würde definitiv vorher ein Gesicht zu meinem Gesprächspartner sehen wollen, um das Risiko von Missbrauch zu verringern."

Nach den Projektmeetings in zwei Wochen könnte der Startschuss bereits am Sonntag, 14. Mai, fallen. "Das Projekt wird stetig verändert und verbessert werden", so Martini, die sich bereits über einige Anmeldung freuen konnte. Es sind auch einige junge Menschen dabei, die den Nachbarschaftsgedanken wichtig finden. Eine Altersgrenze gibt es nämlich nicht. "Jeder ist herzlich willkommen."

(RP)