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Neuer Trend in der Landeshauptstadt: In Düsseldorf werden jetzt auch Schuhe tätowiert

Neuer Trend in der Landeshauptstadt : In Düsseldorf werden jetzt auch Schuhe tätowiert

Schuhe sind nicht nur Schuhe, sondern auch Ausdruck der Persönlichkeit - sagen jedenfalls Modeexperten. Wer es ganz besonders individuell mag, ist bei Sebastian Odenthal an der richtigen Adresse: Er tätowiert Schuhe.

Der gebürtige Düsseldorfer bietet in seinem kleinen Schuhladen in Flingern diesen ganz besonderen und in Deutschland offenbar einzigartigen Service an und ist damit vielleicht auf einem guten Weg, einen Trend zu setzen: Er macht Tattoos auf Lederschuhe.

Das alles begann an einem entspannten Freitagabend vor zwei Jahren. Sebastian Odenthal saß gemeinsam mit Kumpel Max Gertenbach und einem Bier vor seinem Schuhladen "DearSirs" (gerade einmal 13 Quadratmeter groß) an der Ackerstraße in Flingern.

Seit 2008 führt Odenthal den Laden für rahmengenähte Herrenschuhe aus Echtleder, etwas später eröffnete nebenan ein Tattoo- und Barbershop mit Gertenbach als Tätowierer an der Front. So lernten sich die beiden auch kennen. "Und da ist die Idee wortwörtlich aus einer Bierlaune heraus entstanden", erinnert sich der Schuhverkäufer amüsiert zurück. "Max hatte mir am gleichen Tag noch einen Vogel auf die Brust tätowiert, abends kam uns dann der Einfall, das gleiche auch mal auf einem der Schuhe auszuprobieren."

Ein Ex-DEG-Profi mit Faible für Schuhe und Leidenschaft für Tattoos: Sebastian Odenthal. Foto: Jana Bauch

Es klappte auf Anhieb, und zwar so gut, dass wir uns köstlich amüsierten und entflammt waren. Das Prinzip ist ähnlich wie bei einem Tattoo auf der Haut. Zwar ist die Vorbereitung des Leders natürlich etwas anders als bei der Haut, es werden aber dieselben Nadeln und Farben verwendet. Dementsprechend frei ist man als Kunde bei den beiden Kumpels in der Gestaltung seines Schuh-Tattoos. "Die Aufträge sind wirklich immer verschieden. Wir hatten bislang Firmenlogos, Initialen für Hochzeiten, aber auch Tattoos der Haut, die zusätzlich auf dem Schuh Platz finden sollten", sagt der ehemalige Eishockey-Profi der Düsseldorfer EG.

Um die Jahrtausendwende spielte Odenthal noch mit dem Verein in der Eishockey-Bundesliga: "Aber damit konnte man damals nicht wirklich Geld verdienen", sagt der heute 38-Jährige. Er spielte zwar später noch in Duisburg, Essen und Ratingen weiter, baute sich aber neben dem Eis ein Leben in der Selbstständigkeit auf. Zunächst gründete er ein Unternehmen für Gebäudereinigung, vor neun Jahren folgte dann der Schuhladen in Flingern. "Als zweites Standbein", wie er sagt. Vormittags der Hauptberuf, nachmittags ab 15 Uhr dann die Arbeit an den Schuhen: für Odenthal mehr Hobby als Job. "Schuhe haben für mich immer schon eine große Rolle gespielt. Da unterscheide ich mich wohl von vielen Deutschen, die da oft nicht so viel wert drauf legen. Da kommt erst das Auto, dann der Anzug und die Uhr. Bei Schuhen wird gerne mal gespart."

Ob er expandieren will? Nein, sowohl Stamm- als auch Laufkunden schätzen die Atmosphäre samt persönlicher Stilberatung bei Odentahl, der selbst in Flingern wohnt. "Außerdem sitzt Max zum Tätowieren ja direkt gegenüber. Das ist unschlagbar."

(RP)