Düsseldorf: Stadt bekommt 226.000 Euro für nachhaltige Mobilität

Düsseldorf: Stadt bekommt 226.000 Euro für nachhaltige Mobilität

Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) überreichte gestern in Berlin den entsprechenden Förderbescheid. Mit dem Geld will die Stadt einen Masterplan für emissionsarme Mobilität erarbeiten.

Ingo Pähler, der Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, hat gestern in Berlin einen großen Scheck abgeholt: 226.000 Euro erhält Düsseldorf vom Bund, um an einem "Masterplan für nachhaltige und emissionsarme Mobilität" zu arbeiten. Überreicht wurde der Förderbescheid von Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU).

Auch das Thema Logistik ist Bestandteil von Konzepten für neue Mobilität. Foto: Bauer, Bretz, Naturstrom

Was genau die Finanzspritze für Düsseldorf bedeutet, zeigt der Überblick

Aus mehreren Gründen: Am meisten wird derzeit die Luftreinheit in Düsseldorf diskutiert, weil an mehreren Stellen - vor allem an der Corneliusstraße - Grenzwerte zur Belastung mit Stickoxiden überschritten werden.

Das liegt an den Abgasen der vielen Autos, Busse und Lkw, die im Stadtgebiet unterwegs sind. Weil im Zuge des Dieselskandals um manipulierte Abgaswerte auch mit genau diesen gerechnet worden ist, ist das Ergebnis sogar drastischer als zuvor angenommen. Die Luft muss sauberer werden. Dabei kann emissionsarme und nachhaltige Mobilität helfen. Sie hat außerdem noch einen anderen Vorteil: Wenn zum Beispiel der Autoverkehr in der Stadt - auf welche Art auch immer - reduziert wird, wird nicht nur die Luft sauberer, die Stadt wird auch leerer, auf den Straßen wird es ruhiger.

Nach dem Diesel-Gipfel hat die Bundesregierung Kommunen mit schlechter Luft - so wie Düsseldorf - mehr Hilfe bei der Bekämpfung der Schadstoffbelastung versprochen. Die 226.000 Euro, die Düsseldorf nun bekommt, sind ein Teil eines Sonderprogramms, in dessen Rahmen die Kommunen eigene Pläne für eine bessere Luftqualität erstellen sollen. Für einen solchen "Masterplan für nachhaltige und emissionsarme Mobilität" wird das Geld nun von der Stadt genutzt.

Die Verwaltung will einen "Green-City Mobility Plan" ausarbeiten. Er behandelt fünf Schwerpunkte: Digitalisierung des Verkehrs, Vernetzung im ÖPNV, Stärkung des Radverkehrs, E-Mobilität und effiziente Logistik. Konkrete Maßnahmen gibt es noch nicht, sie sollen nun erarbeitet werden. Es gibt aber schon einige Ideen: Zum Beispiel sollen sogenannte Mobilstationen entstehen, die den Umstieg in emissionsarme Verkehrsmittel erleichtern.

An diesen Stationen könnten Bürger auf E-Autos, E-Roller oder auf das Fahrrad umsteigen. Je mehr dieser Stationen es in der Stadt gibt, desto attraktiver ist der Umstieg und desto besser wird die Luft. Auch soll es mehr Ladestationen für E-Autos geben und das Radschnellwegenetz könnte ausgebaut werden.

Relativ viel: Kürzlich haben Stadt, Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer und die Kreishandwerkerschaft etwa eine Partnerschaft gestartet, in der sie sich genau mit den Themen Umwelt und Verkehr auseinandersetzen.

Nächstes Jahr tritt zudem der neue Luftreinhalteplan in Kraft. Er verpflichtet die Stadt dazu, Maßnahmen zu erarbeiten, wie die Luft verbessert werden kann. Im Gespräch sind auch Diesel-Fahrverbote. Doch ob diese zulässig sind, muss noch entschieden werden.

(lai)