Mein Laden: Schicke Mode aus zweiter Hand an der Luegallee

Mein Laden: Schicke Mode aus zweiter Hand an der Luegallee

Hier ein schmaler Blazer von Chanel, dort eine Tasche von Prada - oder lieber doch der Gürtel von Hermès? Wer beim Anblick der teils schwindelerregenden Neupreise von Edelmarken sein Budget schonen möchte, der kann sich gerne im "Mulier" auf der Luegallee 15 umschauen.

Inhaberin Johanna Roberz ist mit ihrem Second-Hand-Geschäft, das viele hochwertige Labels im Sortiment führt, von der Arnulfstraße auf die belebtere Luegallee in Oberkassel umgezogen und setzt damit die Mode-Tradition des Vorgängergeschäftes "Louisa" fort.

Ein Glück für Oberkassel, denn letztlich sind es solche Geschäfte, die das Flair des Stadtteils ausmachen - und nicht die Filialisten. An dem großen Schaufenster können Passanten nicht einfach vorbeibummeln, lieber wollen sie an den Puppen vorbei ins Innere blicken, auf Jacken, Kaschmirpullis und Schuhe. Johanna Roberz freut das. "Dieses Schaufenster ist meine Visitenkarte, mein Kapital. Daher muss es einfach immer top aussehen und oft umdekoriert werden", sagt die Mode-Expertin, die in ein paar Wochen mit ihren beiden Mitarbeiterinnen das fünfjährige Bestehen feiern wird.

Nachhaltigkeit ist auch in dieser Branche längst zum Trend geworden und Second Hand hat gleich zwei nennenswerte Vorteile: Teure Mode wird zum günstigen Preis wiederverkauft, im Fachjargon nennt sich das "Re-Commerce" - der nachhaltige Umgang mit Konsumgütern. Hier also Fashion, die eben nicht irgendwann in der Tonne landet, sondern weitergeliebt werden darf.

Roberz' Kundinnen fühlen sich in dem geschmackvollen, lichten Ambiente wohl, kommen gerne und häufig - manche sind über die Zeit gar zu Freundinnen geworden. Selbst aus Wien schaut eine Kundin bei ihr vorbei. "Und das, sobald sie aus dem Flieger gestiegen ist", freut sich Roberz.

Der Erfolg mag sich auch daraus erklären, dass hier den Kundinnen das gerade anprobierte Kleidungsstück nicht auf den Leib gelobt wird. "Wir haben Zeit, und es kann in Ruhe gestöbert, probiert und auch ein wenig geschwatzt werden." Jeden Tag komme neue Ware, die zunächst auf Herz und Niere geprüft und danach mit einem Preis versehen wird. Manches gute Stück duftet sogar noch nach dem teuren Parfüm der Vorbesitzerin.

Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 11 Uhr bis 18.30 Uhr und Samstag von 11 bis 16 Uhr.

(RP)