Landgericht Düsseldorf: Prozess um Vergewaltigung beginnt nach sieben Jahren

Mutmaßliche Vergewaltigung einer 14-Jährigen : Prozess in Düsseldorf beginnt nach sieben Jahren

Sieben Jahre nach einer angeblichen Doppel-Vergewaltigung einer damals 14-jährigen Schülerin soll das Strafverfahren gegen ein seit Freitag angeklagtes Paar jetzt ohne Urteil eingestellt werden.

Das hat einer der Verteidiger vor dem Landgericht gefordert, die „überlange Verfahrensdauer“ als „rechtsstaatswidrig“ und „unzumutbar“ gerügt. Ob die Richter dem folgen und den Prozess um das damals angezeigte Verbrechen zu den Akten legen, ist aber noch ungewiss.

Im April 2011 soll es in der damaligen Wohnung des hier angeklagten Paares an der Gustav-Poensgen-Straße zu ungeheuerlichen Szenen gekommen sein. Denn als die 13-jährige Tochter der Wohnungsmieterin (jetzt 47) eine Freundin (damals 14) zu Besuch hatte, soll der 29-jährige Freund der Mutter diese minderjährige Besucherin in zwei Nächten hintereinander im Ehebett vergewaltigt haben.

Und die Mutter als Gastgeberin soll das Mädchen dabei sogar noch festgehalten haben. Später soll das ungleiche Paar vor den Augen der Kinder auch miteinander Sex gehabt haben.

Der angeklagte Freund bestreitet solche Vorwürfe – und beklagt sich über seinen Anwalt darüber, dass er jetzt sieben Jahre seit der Anzeige auf seinen Prozess warten musste.

Allein fünf Jahre lag diese Anklage bei der Jugendstrafkammer herum. Schon zuvor war jene Kammer wegen erheblich verzögerter Verfahren in die Kritik geraten. Doch das Landgericht hat auf Rückstände in dieser Jugendkammer (entstanden unter Vorsitz eines anderen Richters) längst reagiert, hat durch Neu-Organisation Abhilfe geschaffen.

Ob das Gericht den wohl letzten Alt-Fall nach sieben Jahren jetzt aber zur Seite legt, soll am 22. November verkündet werden.

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