Eröffnung am Mittwoch: Hyatt: Die Gäste können kommen

Eröffnung am Mittwoch : Hyatt: Die Gäste können kommen

Monatelang wurde erst das Hochhaus mitsamt auffälliger Glasfassade hochgezogen, anschließend das Innenleben des Hotels nach und nach vervollkommnet. Jetzt sind die letzten Details an der Reihe. Die ersten Testgäste haben schon eingecheckt. Mittwoch ist Eröffnung.

Jeder Mitarbeiter hatte in den vergangenen Tagen sein Drehbuch. Mit kleinem Gepäck einchecken, einen bestimmten Dialog in einer bestimmten Stimmlage mit der Crew an der Rezeption führen, ganz gezielt Sonderwünsche äußern. Die einen durften sogar ein bisschen zickig und schwierig werden. "Wie Schauspieler", meint Daniela Kastrau, im Hyatt Hotel für das Marketing zuständig.

Gelber Schriftzug, gelbe Barhocker: Dejan Lapcevic ist Restaurantleiter im „Café D“, das sowohl Kantine als auch öffentliches Restaurant ist. Foto: RP, Thomas Bußkamp

Denn die Mitarbeiter durften Testgäste sein, bei den so genannten Trials run (Testläufen) mitmachen und so tun, als wenn sie im Hotel übernachten wollten. Das taten am Wochenende aber auch schon andere. Und waren ziemlich überrascht, wie perfekt eingerichtet das gesamte Haus schon ist.

Zwar sind die Suiten noch nicht bezugsfertig, kann im Jacuzzi-Becken im Spa noch nicht gebadet werden, und ist auch eines der Restaurants, "Pebble's", erst im Januar zu sehen — der Rest aber sieht schon ziemlich fertig aus. Die Tische im Haupt-Restaurant sind eingedeckt, alle Vasen stehen schick dekoriert auf ihrem Platz, an jeder Ecke steht Personal zusammen und bespricht die Details für die nächsten Tage.

175 Mitarbeiter zählt das Hotel mittlerweile. Am Mittwoch wird das 19 Stockwerke hohe Gebäude offiziell bei einer Pressekonferenz eröffnet. Dann ist nicht nur Oberbürgermeister Dirk Elbers dabei, sondern auch Fred Hürst als Area Vice President von Hyatt und Peter Schunk als Geschäftsführender Gesellschafter des Projekts Hafenspitze. Einige der Gäste werden dann auch schon im Hotel übernachten und vor allem den Blick über das Wasser und auf die Skyline der Stadt genießen können.

Natur, Wasser und die Lage im Hafen sind von den Innenarchitekten des Amsterdamer Büros FG Stijl an vielen Stellen des Hotels wieder aufgenommen worden. So stehen im großen Restaurant mit seinen 120 Plätzen halbmeterhohe Lichtwürfel und sehen genauso aus wie die mattschimmernden Würfel draußen auf der Brücke.

Der Teppichboden, der in jedem Raum anders aussieht, hat entweder Muster von Seerosen oder von Schmetterlingen, immer umrahmt von zarten Gräsern. Ein Teppichboden hat sogar Fische als Muster. Das mit Sinn: Dieser Teppich liegt im Ballsaal. Und der hat keine Betondecke, sondern eine aus Glas, auf der sich ständig eine Wasserfläche plätschernd bewegt. Wer nun von oben aus dem Hotel durch das Wasser und die Glasdecke auf den Teppich guckt, kann denken, einen Teich unter sich zu haben.

Ein innenarchitektonisches Highlight direkt im Eingangsbereich ist die Lounge, die zunächst nur den Rauchern zur Verfügung gestellt werden sollte. Jetzt sei sie aber so schön, dass alle — auch Nichtraucher — Zugang haben, so Daniela Kastrau. Der Raum ist mit tiefen, dunkelbraunen Ledersesseln, bequemen Sofas mit schwarzem Samtbezug und Hockern in Material- und Farbmix möbliert, an der Wand hängt ein Bild von Wolfgang Joop ("Black Elegance"). Alles ist umschlossen von Glaswänden, die dem Raum ein Stück Intimität geben sollen.

Die Raucher bekommen im Übrigen einen neuen Bereich auf der anderen Seite des Catwalks. Denn so wird der meterlange Flur genannt, der von der Eingangs-Drehtür bis weit in den hinteren Bereich des Restaurants reicht. Als Erstes blickt man in die Dox-Bar mit schicken und zugleich bequemen Sitzgelegenheiten in Grün-, Braun- und Schlammtönen sowie den Stühlen an der Alabaster-Bar. Auch hier ist der Blick aufs Wasser garantiert. Die Mannschaft mixt gerade alle Cocktails, die auf der Karte stehen, einmal zur Schau durch — vom Manhattan, Erdbeer Colada, Black Russian bis zum Tom Collins und baut sie auf dem Tresen auf. Die Empfehlung des Tages: ein Beeren-Fruchtcocktail ohne Alkohol.

Weiter geht es in das Restaurant "Dox", das Platz für 120 Gäste bietet. Optischer Höhepunkt neben den zahlreichen Details: die Sushi-Schnecke, die aus weißem Kunststoff speziell für diesen Raum aus einem Guss angefertigt wurde. Dahinter wird gerade das Rotweinregal bestückt.

Küchenchef Ernst Petry und seine Crew sind gut beschäftigt, alles vorzubereiten, zu besprechen, zu planen. Am Ende des Raums ist die große Treppe, die dann später sozusagen aufs Dach führen soll. Fertig eingerichtet und schon seit Tagen in Betrieb ist das "Café D", die Kantine für die Mitarbeiter, die — von außen zugänglich — später auch für alle anderen Gäste geöffnet sein soll. Dort ist Dejan Lapcevic Restaurantleiter, der bis zum Frühjahr nur ein paar Meter weiter im "Lido" das Restaurant geleitet hat. Auf der Speisekarte: Hühnerkeule mit Ratatouille und Polenta sowie Romanasalat mit Caesardressing und Parmesan. Mittags ist zurzeit hier der große Ansturm, sind oft 50 Kollegen gleichzeitig in dem Raum, der auch wieder den Blick aufs Wasser freigibt.

Besonders auffallend in der Lobby ist die "Gold Box": die Rezeption mit den goldglänzenden Fliesen, die sich bis in die Bar und den Flur entlangziehen.

(RP)
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