Name und Nachricht: Düsseldorf

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Opposition lernt am besten schnell, und der Düsseldorfer Sozialdemokrat Markus Herbert Weske ist ja schnell und sogar fast schneller als die Polizei erlaubt. Um die macht sich der Landtagsabgeordnete nämlich Sorgen. Die Düsseldorfer Polizei könnte 92, wenn nicht sogar 367 Stellen verlieren, schwant Weske. Hintergrund sei die neue Systematik bei der "belastungsbezogenen Kräfteverteilung" (BKV), eine wichtige Stellschraube bei der Verteilung der Ordnungshüter übers Land.

Düsseldorf hat da mit seinen zusätzlichen Belastungen - viele Demos und schützenswerte Objekte - zuletzt bei den Personalzuweisungen profitiert. Da die neue schwarz-gelbe Landesregierung angekündigt habe, so Weske, "künftig nicht mehr nur nach den Notwendigkeiten, sondern auch nach der Fläche zu verteilen", bedeute dies zwangsläufig den Abzug von Polizistinnen und Polizisten aus den Großstädten in den ländlichen Raum. Für Düsseldorf heiße das, die Stadt verliere bei einem Flächenansatz von fünf Prozent 92 oder sogar 367 Stellen bei einem Flächenansatz von 20 Prozent.

"Ein solcher Kahlschlag bei der Düsseldorfer Polizei ist absoluter Irrsinn!" Im Polizeipräsidium und im Innenministerium dreht aber niemand durch. Anders als Weske suggeriere, seit die Planung zum Herbst 2017 längst durch, Düsseldorf verliere gar nichts, heißt es von dort. Die BKV werde zudem mit Blick auf die Einsatzzahlen der letzten zehn Jahre berechnet. Selbst wenn nicht nur Großstädte mehr Polizisten erhalten sollten, müsse Düsseldorf nichts verlieren.

Schließlich würden statt 2000 bald 2300 neue Polizisten im Jahr eingestellt. Also alles gut? Wenn's anders kommt, passt Weske mit Sicherheit auf. Uwe-Jens Ruhnau

(RP)
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