Düsseldorf: Supermarkt-Parkplätze für Anwohner öffnen?

Verkehr in Düsseldorf: Supermarkt-Parkplätze für Anwohner?

Der Parkraum ist in vielen Städten stark umkämpft. Den Vorschlag, ihre Parkplätze nachts für Anwohner zu öffnen, sehen Supermärkte aber kritisch. Sie verteidigen auch die Knöllchen für Langzeitparker am Tag.

Wegen des Parkplatzmangels in vielen Stadtteilen wird die Idee diskutiert, Supermarkt-Parkplätze nachts für Anwohner zur Verfügung zu stellen. Allerdings haben einige Betreiber Bedenken. Vor allem sorgen sich die Handelsketten, dass nächtliche Parker morgens nicht rechtzeitig wieder wegfahren und Kunden deshalb keine Parkplätze finden. Aber auch mögliche Lärm-Belästigung und Vermüllung spielen eine Rolle.

„Eine etwaige Bereitstellung von Parkplätzen für Anwohner während der Nacht kann für uns nur funktionieren, wenn absolut sichergestellt ist, dass die Parkplätze während unserer Öffnungszeiten ausnahmslos unseren Kunden zur Verfügung stehen“, sagt etwa der Immobilienleiter des Lidl-Immobilienbüros West, Stephan Zwierzynski. Man habe dieses Thema aber im Detail noch nicht mit der Stadt erörtert. Ein Rewe-Sprecher erklärte, die Pendlerströme harmonierten nicht mit den üblichen Supermarkt-Öffnungszeiten. „Rewe-Märkte haben von 7 bis 22 Uhr, teilweise bis Mitternacht geöffnet. In dieser Zeit ist der Parkplatz den Kunden vorbehalten.“ Das Gros der Wohnbevölkerung werde jedoch nicht erst nach 22 Uhr von der Arbeit kommen und vor 7 Uhr wieder losfahren. Bei Aldi Süd hieß es, eine eventuelle Öffnung der Parkplätze müsse in jedem Einzelfall geprüft werden. Als mögliche Probleme sehe man Störungen wie Lärmbelästigungen, Vandalismus oder Verschmutzungen.

Versuche aus der Vergangenheit in verschiedenen Städten hätten gezeigt, dass das Verhalten der Fahrzeughalter die Umsetzung schwierig machen könne, erklärte auch ein Stadt-Sprecher. „Geparkte Autos wurden von ihren jeweiligen Eigentümern häufig nicht rechtzeitig vor der eigentlichen gewidmeten Nutzung entfernt, darüber hinaus gab es Vandalismus- und Missbrauchsprobleme auf den freigegebenen Parkflächen.“ Das habe Kosten und Ärger verursacht und dazu geführt, dass die Angebote vielfach zurückgenommen wurden.

Real in Bilk vermietet bereits 163 Plätze in seiner Garage an Anwohner. Eine generelle Öffnung sei aber schwieriger, hieß es dort. So komme es bereits jetzt vor, dass Fahrzeuge über Nacht widerrechtlich auf dem Parkplatz abgestellt werden, was zu Probleme führe: „Da Anlieferungen an unsere Märkte sehr früh morgens erfolgen, sind eventuell die Einfahrten blockiert, so dass das Entladen der Lkws und somit die Belieferung des Marktes nicht erfolgen kann.“

Prinzipiell hatte die Stadt die Idee begrüßt, die nachts nicht genutzten Flächen zu öffnen, um gerade in Stadtteilen mit hohem Parkdruck Ausweichmöglichkeiten zu schaffen. Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke hatte im März gesagt, es wäre aus ihrer Sicht toll, wenn Supermärkte oder Parkhausbetreiber Bereiche für Anwohner zur Verfügung stellen. Angedacht werden könnte laut Stadt eine Regelung über eine Bewirtschaftungsgesellschaft, ohne dass Parkflächenbesitzer dies selbst regeln müssten. Zu klären seien neben rechtlichen und technischen Fragen auch Fragen der Verkehrssicherungspflicht, der Beleuchtung, der sozialen Kontrolle und der Einbruchssicherung.

Wegen des Parkplatzmangels kommt es heute bereits vor, dass Bürger ihre Autos auch tagsüber längere Zeit an Supermärkten abstellen. Viele schreiben daher eine Höchstdauer von 60 oder 90 Minuten vor und verlangen die Nutzung einer Parkscheibe. Knöllchen von externen Dienstleistern sind keine Seltenheit.

Bei Rewe hieß es dazu, man beauftrage solche Dienstleister „an wenigen ausgewählten Standorten“, an denen das Problem der Dauerparker auf keine andere Weise gelöst werden könne. Real erklärte, man begrenze die maximale Parkdauer, damit die Flächen für die Kunden verfügbar bleiben: „Eine Begrenzung der maximalen Parkdauer auf zwei Stunden halten wir dabei für vollkommen ausreichend für einen Einkauf.“ Auch Lidl erklärte, Kunden bräuchten erfahrungsgemäß weniger als eine Stunde, sodass die kostenlose Dauer ausreiche.

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