Düsseldorf: Der Zoch im TV: "Ein inneres Blumenpflücken"

Düsseldorf: Der Zoch im TV: "Ein inneres Blumenpflücken"

Ex-Venetia Janine und Moderator Sven Lorig präsentierten den Düsseldorfer Karneval witzig und souverän.

Sie waren schon im vergangenen Jahr gut. Doch ihrer Premiere als Zugkommentatoren hatte der WDR mal wieder nur das Mindestmaß an Sendezeit zugestanden. Gestern war der komplette Zoch "on air", erst im Ersten, dann im Dritten, und so konnten die Couch-Karnevalisten sich ausführlich über die kompetente und launige Moderation von Janine Kemmer und Sven Lorig freuen.

Vor allem Lorig hatte sichtlich Spaß am politischsten aller Rosenmontagszüge und genoss nicht nur die Präsentation der Mottowagen, sondern garnierte viele seiner Sätze mit eigenen politischen Spitzen, am liebsten gegen den designierten Heimatminister Seehofer. Ob etwa das Cowboy-und-Indianer-Outfit des Kommentatoren-Teams nächstes Jahr durch Lederhosen oder die Alt-Becher durch Weißbiergläser ersetzt werden müssten, fragte er sich. Und auch, als Janine Kemmer vom Karnevalsunterricht in der Paulusschule ("das sind alle meine Patenkinder") erzählte, in denen sie dem Nachwuchs das Winterbrauchtum nahe bringt, fiel Lorig ein: "Das wird Seehofer gefallen."

Die Mottowagen hatte der WDR im Vorfeld von Wagenbauer Tilly erklären lassen, spielte bei jedem ein, was der große Jacques zu sagen hatte. Aber auch Lorig fiel einiges ein, zum Beispiel zum Schulz-Wagen: "Da bekommt Mettmann eine ganz neue Bedeutung."

Janine Kemmer witzelte weniger. plauderte dafür aus dem närrischen Nähkästchen, dass ihr Mann (sie nennt ihn ihr "Altargeschenk") sein Prinzenornat dem diesjährigen Kinderprinzen gegeben hat, dass es auch bei Damensitzungen Striptease gibt und so manches Wissens- und Liebenswerte zu den vorbeidefilierenden Vereinen. Mit Zoch-Reporter Simon Beek, der Zuschauer, Akteure und Promis unter beiden interviewte, ergänzte sich das Duo Lorig/Kemmer perfekt. Ein "inneres Blumenpflücken" sei ihm die Zusammenarbeit gewesen, sagte Lorig zum Abschied. Und man glaubt auch Janine Kemmer, dass sie sich aufs nächste Mal schon freut. Das Fernsehpublikum tut's auch.

(sg)