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Dormagen: So halten Schulen ihre Toiletten sauber

Dormagen : So halten Schulen ihre Toiletten sauber

Laut der German Toilet Organisation ist die Schultoilettensituation in Deutschland häufig ähnlich erschreckend, wie in Ländern mit sanitärem Notstand. Zum heutigen Welttoilettentag zeigen wir, wie die Lage in Dormagener Schulen ist.

An Schulen sind Toiletten selten das, was ihnen allgemein nachgesagt wird: stille Orte. Denn beim Spielen und Toben machen Kinder auch vor Sanitäranlagen nicht halt. Doch auch Kinder kennen Grenzen. Beim Anblick vieler Schultoiletten ist sie schon erreicht. Oder beim Geruch. Und so wird der Raum zum Toben doch ganz schnell wieder zum stillen Ort, weil sich niemand mehr hintraut.

So ähnlich war es bis vor kurzem auch an der Grundschule Burg Hackenbroich. Bei einer Gebäudesanierung durch die Stadt vor zwei Jahren war eine Innensanierung der Sanitäranlagen ausgelassen worden. "Früher haben es sich viele Kinder verkniffen, in der Schule auf die Toilette zu gehen. Viele haben auch das Trinken in der Schulzeit verweigert. Das ist nicht gesund", sagt Schulleiter Hans-Joachim Reich. Um dem abzuhelfen, nahmen die Eltern die Sache selbst in die Hand.

Seit Januar veranstalteten sie sechs Mal Spendenfrühstücke sowie ein Sommerabschlussfest in Zusammenarbeit mit dem Café Sowieso. "Bei den Aktionen sind insgesamt 2500 Euro zusammen gekommen, die der Förderverein dann noch verdoppelt hat", sagt Regina Hampel von der Initiative. Mit dem gesammelten Geld konnten die Fliesenfugen am Boden versiegelt werden und neue Pissoirs für die Jungentoiletten angeschafft werden. Das Versiegeln der Fugen ist deshalb wichtig, weil sich durch einsickernden Urin ein starker Gestank in den Räumen hielt, dem mit Putzmitteln nicht beizukommen war. "Jetzt stinkt es nicht mehr und auch die Augen brennen nicht mehr", berichtet Hampel.

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Über Eltern- und Schülerspenden behilft man sich auch an der Realschule am Sportpark. Nachdem die Toilettenanlagen vor zwei Jahren saniert worden waren, stellte der Förderverein eine Aufsichts- und Reinigungskraft ein, die sich vormittags um die Anlage kümmert. Schulleiterin Bettina Mazurek zieht ein positives Fazit: "Wir haben keine Probleme mehr mit Vandalismus oder Schmierereien, die Toiletten sehen aus wie am ersten Tag." Auch am Leibniz-Gymnasium beschäftigt der Förderverein seit einigen Jahren zwei Reinigungskräfte. Früher sei die Lage auf den Toiletten sehr problematisch gewesen, sagt Rektor Herbert Kremer. Finanziert würden die Angestellten nun durch freiwillige Beiträge von Eltern, den Förderverein sowie ein Projekt der Schülervertretung. Eine Alternative zu der privaten Regelung sieht er nicht. "Das liegt auch nicht bloß an den Kindern. Wenn wir hier eine Abendveranstaltung mit Erwachsenen haben ohne Toilettenaufsicht, sind die Anlagen danach auch verschmutzt. Das ist ein gesellschaftliches Problem", meint Kremer.

Einen anderen Weg, um die Sauberhaltung sicherzustellen, geht die Schulleitung der Förderschule am Chorbusch. "Wenn die Schüler während des Unterrichts auf die Toilette möchten, müssen sie sich den Schlüssel im Sekretariat abholen und ihren Namen in eine Liste eintragen", berichtet Schulleiterin Gabriele Fritz. Praktikabel sei das wegen der geringen Schülerzahl.

(NGZ)