1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Politiker wollen Krematorium besichtigen

Dormagen : Politiker wollen Krematorium besichtigen

Planungsausschuss gab Antrag auf Bau der Einäscherungsanlage in St. Peter noch nicht statt.

Keine Frage, es war ein sensibles Thema, dass die Planungs- und Umweltpolitiker mit dem Antrag auf Bau eines Krematoriums zu beraten hatten. Sie taten sich denn auch ausgesprochen schwer, eine Entscheidung in der Sache zu treffen, obwohl die Faktenlage recht eindeutig war: Der Investor Sascha Müller aus Waltrop legte ein überzeugendes Konzept für ein rein gewerblich betriebenes Krematorium in St. Peter vor, das der von ihm beauftragte Planer Gregor Baumeister in einem zu lang geratenem Vortrag detailliert vorstellte.

Eine Zusage konnten beide am Donnerstag Abend nicht mit nach Hause nehmen, denn eine Entscheidung soll erst in der Ratssitzung am 10. Dezember getroffen werden.

Dabei gab es durch Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann (CDU) prominenten Rückenwind. Der ergriff nämlich das Wort und erklärte aus seinem ganz persönlichen Erleben den Umgang mit Tod, Trauer, Abschied, Beerdigung und die Einordnung eines Krematoriums.

Doch dies reichte nicht, um Bedenkenträger in Reihen der SPD, wie beispielsweise Kreistagsmitglied Doris Wissemann, zu überzeugen. Sie war der Meinung, das ein solches Krematorium, das keinen Trauerraum haben wird und völlig eingegrünt werden soll, nicht in das dortige Gewerbegebiet passe. Sonja Kockartz-Müller (SPD) wollte die rechtliche Situation einer solchen Ansiedlung über das hinaus geprüft haben, was aus den Beratungsunterlagen hervorging; ebenso sollten alternative Standorte genannt werden.

  • In schlechtem baulichen Zustand – das
    Bauprojekt im Rhein-Kreis : Politiker sprechen über BBZ-Sanierung in Dormagen
  • Der rote Kreis kennzeichnet den Einmündungsbereich
    Politik debattiert über Förderantrag : Schermbeck plant zweiten Kreisverkehr für 700.000 Euro
  • Das Kammertheater Dormagen am Niederfeld ist
    Trotz Pandemie-Sorgen : Kammertheater Dormagen gibt sich kämpferisch

Hoffmann wies zu Recht darauf hin, dass sich die Frage eines anderen Standortes nicht stelle, weil man "einen konkreten Investor für einen konkreten Standort" habe. Er appellierte an die Ausschussmitglieder, positiv zu entscheiden. Denn: Die Verwaltung werde schließlich von der Politik aufgefordert, Gewerbebetriebe anzusiedeln, für Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze zu sorgen, "da muss man auch mal die Beine in die Hand nehmen." Dem Vorschlag von Norbert Dahmen (CDU), das Krematorium in Waltrop zu besuchen, das als Vorbild für Dormagen dienen soll, schlossen sich die übrigen Ausschussmitglieder an. Trotz des engen Zeitfensters soll dann eine Entscheidung in der letzten Ratssitzung möglich sein.

(NGZ)