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Dinslaken: Wind sorgt für Brandgefahr in Wäldern

Dinslaken : Wind sorgt für Brandgefahr in Wäldern

Während der Sommer gemeinhin als die größte Risikozeit für Waldbrände gilt, können auch jetzt schon einzelne Funken große Auswirkungen haben. Denn Wind und mangelndes Grün sorgen für trockene Wälder.

Ein einzelner brennender Baum im Waldgebiet an der Heistermannstraße in Hiesfeld war es, der bei einem Einsatz die Feuerwehr Dinslaken beschäftigte. Glutnester hatten sich tief in den toten Baum hineingebrannt, und so mussten die Brandbekämpfer mit einer Kettensäge den Stamm zerteilen, um die Glut ablöschen zu können.

Da die Brandstelle in unwegsamen Gelände schwer zugänglich war, kam ein tragbares Löschgerät zum Einsatz. Vom Morgen bis in die Nachmittagsstunden waren die Feuerwehrleute mit dem anstrengenden Einsatz mitten im Waldgebiet beschäftigt.

"Wir haben in dieser Jahreszeit immer wieder mit Bränden im Wald zu kämpfen", sagt Revierförster Michael Herbrecht vom Forstbetriebsbezirk Dinslaken im Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen. Während in der trockenen Hitze der Sommermonate die flächenmäßig größeren Waldbrände entstehen, kommt es vor dem Frühlingserwachen der Natur zu den meisten feuern im Forst. "Das größte Problem ist derzeit der Wind", erklärt Herbrecht. "Selbst wenn morgens der Boden vom Tau feucht ist, trocknet der Wind binnen einer Stunde alles wieder aus."

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So liegen zwischen den Bäumen vor allem trockene, tote Blätter aus dem vergangenen Jahr und gleichfalls ausgetrockneter Humus. Ein brandgefährlicher Bodenbelag. "Das zündet alles beim ersten Funken", sagt der Förster. Die meisten der Brände, die im Wald entstehen, gehen dabei auf Fehlverhalten von Menschen zurück. "Im Sommer sind die Menschen sensibler für das Thema Waldbrände", sagt Michael Herbrecht.

Dass es auch jetzt gefährlich werden kann, eine glühende Zigarette ins Unterholz zu schnippen, nehmen viele Spaziergänger nicht wahr. "Ich habe schon einige Raucher darauf angesprochen und oft reagieren sie mit Unverständnis. Wenn man ihnen die Lage erklärt, ist ihnen das Problem allerdings meist sofort klar", berichtet der Förster. Er wünscht sich einen richtigen Frühlingsanfang. "Wenn es grün wird, sinkt natürlich auch die Gefahr für Waldbrände. Außerdem nehmen dann die Kleinstlebewesen im Wald ihre Arbeit auf und zersetzen die toten Substanzen aus dem Vorjahr", erklärt er.

Bei der Feuerwehr Dinslaken sieht man die Sache gelassener. "Das war bisher unser erster Einsatz in dieser Art und wir gehen davon aus, dass es ein absoluter Einzelfall bleibt", sagt Udo Walbrodt, Leiter der Feuerwehr Dinslaken.

Für die eigentliche Waldbrand-Saison sei es derzeit noch zu früh. "Wir haben auch keine Erkenntnisse darüber, dass die Waldbrand-Gefahr derzeit besonders hoch wäre", erklärt er. Der Waldbrandgefahren-Index des Deutschen Wetterdienstes sieht für Nordrhein-Westfalen derzeit nur geringe bis mittlere Gefahr.

(RP/EW)