Siegaue: Mutmaßlicher Vergewaltiger greift Wachleute im Gefängnis an

JVA Köln-Ossendorf: Mutmaßlicher Siegauen-Vergewaltiger greift Wachleute an

Der 31-Jährige, der in der Siegaue eine 23-jährige Frau vergewaltigt haben soll, hat in der JVA Köln-Ossendorf zwei Wachleute angegriffen. Die Kölner Haftanstaltsleiterin bestätigte den Vorfall, bei dem ein Bediensteter leicht verletzt wurde.

Der 31-jährige Asylbewerber Eric X. aus Ghana, der Anfang April eine 23-jährige Studentin aus Süddeutschland in der Siegaue bei Geislar vergewaltigt haben soll, hat vor einigen Wochen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Köln-Ossendorf zwei Bedienstete angegriffen und einen von ihnen verletzt.

Anstaltsleiterin Angela Wotzlaw bestätigte den Vorfall auf Nachfrage. Sie habe gegen den Häftling Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln erstattet. Zu Details wollte sie sich nicht äußern. Aus gut informierten Kreisen war zu erfahren, dass der 31-Jährige ein kleines Feuer in seiner Zelle auf dem Fußboden entfacht haben soll. Als die beiden JVA-Bediensteten das Feuer löschen wollten, habe der Häftling die Wachmänner angegriffen. Mithilfe von Kollegen sei es gelungen, den Ghanaer zu bändigen.

Er sei anschließend in einen Hochsicherheitstrakt verlegt worden. Die beiden angegriffenen Bediensteten hätten sicherheitshalber einen Arzt konsultiert. Einer von ihnen habe eine leichte Verletzung am Kopf erlitten. Zuvor war der Ghanaer schon einmal negativ aufgefallen, als er nach dem Transport zur JVA aus dem Auto stieg und dabei einen Bediensteten angegriffen haben soll. Er habe schnell überwältigt werden können.

Der Mann, dessen Familie in Ghana eine Kakaoplantage betreibt, war wenige Tage nach der Vergewaltigung nach einer aufwendigen Öffentlichkeitsfahndung in Bonn-Beuel erkannt und festgenommen worden. Er ist angeklagt wegen Vergewaltigung in besonders schwerem Fall und schwerer räuberischer Erpressung. Der Täter bestreitet zwar, am Tatort gewesen zu sein. Für die Ermittler steht es jedoch außer Frage, dass er der Vergewaltiger ist — allein schon wegen der DNA-Spuren, die am Tatort gefunden wurden und von ihm stammen. Prozessauftakt am Landgericht Bonn soll laut Gerichtssprecher Bastian Sczech im September sein. Zur Vorbereitung der Hauptverhandlung habe der Kammervorsitzende die JVA um einen Bericht darüber gebeten, wie sich der Angeklagte in der U-Haft führt, sagte Sczech.

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Der Angeklagte, der im Ausreisezentrum der Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes in Sankt Augustin wohnte und abgeschoben werden sollte, soll in der Tatnacht das Zelt, in dem die junge Frau mit ihrem Freund übernachten wollte, mit einer Astsäge zerschnitten und das Paar bedroht und ausgeraubt haben. Dann vergewaltigte er die 23-Jährige nur wenige Meter vom Zelt entfernt. Dabei bedrohte er sie weiter mit der Astsäge, ihr Freund musste hilflos im Zelt ausharren.

Es gelang dem 26-Jährigen aber, über sein Handy die Polizei zu alarmieren. Eine Beamtin auf der Leitstelle nahm den Notruf entgegen. Sie schickte zwar Streifenwagen los, kümmerte sich aber nicht weiter um den Anrufer. Als die Polizei in der Siegaue eintraf, war der Täter verschwunden. Mittlerweile hat die Polizeiführung Konsequenzen aus dem Verhalten der Beamtin gezogen und die Frau versetzt.

Dieser Text erschien zuerst beim Bonner General-Anzeiger.

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