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Heiraten in Corona-Zeiten:Bräute tragen Mund-Nasen-Schutzmasken bei Hochzeit

Heiraten in Corona-Zeiten : Bräute tragen jetzt Mund-Nasen-Schutz

Da wegen der Corona-Krise nur wenige Paare pompös und groß heiraten, müssen einige Brautmodenanbieter ihr Angebot umstellen. So auch Francoise Weijs: Neben Alltagsmasken schneidert sie nun besondere Brautmasken.

Die liebevoll verzierten Brautkleider im Atelier von Francoise Weijs hängen seit Wochen auf ihren Bügeln. Sie wurde schon lange nicht mehr betrachtet, berührt oder gar anprobiert. „Es liegen noch einige Kleider hier, die nicht abgeholt wurden“, sagt die Designerin traurig. „Aber es ist, wie es ist“.

Seit über 30 Jahren schneidert Weijs Bräuten Kleider auf den Leib. Wegen der Corona-Krise ist das Geschäft mit den Brautkleidern jedoch fast komplett eingebrochen. Schnell musste eine Alternative her. „Da ja sehr viele Menschen Mund-Nasen-Bedeckungen brauchen, habe ich meine Arbeit einfach umgestellt und angefangen, normale Alltagsmasken zu nähen“, sagt Weijs im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Sortiment reichte bis vor kurzem von einfachen Masken bis hin zu aufwendigeren Exemplaren nach Sonderwünschen der Kunden. „Doch dann dachte ich, was ist mit den Bräuten, die standesamtlich heiraten?“, sagt Weijs. Das seien ja immer noch einige. So entstand die Idee des Brautmundschutzes.

 Die Masken sind mit Spitze, Perlen und Stickereien verziert.
Die Masken sind mit Spitze, Perlen und Stickereien verziert. Foto: Johannes Hümbs

„Ich habe am Anfang die passenden Masken zum Standesamtskleid als witziges Geschenk beigelegt. Das kam so gut an, dass wir sie nun auf Wunsch individuell gestalten und sie verkaufen“, sagt Weijs. Gemeinsam mit ihrer Tochter sitzt die 55-Jährige nun jeden Tag zahlreiche Stunden in ihrem Atelier. Neben Großaufträgen für Alltagsmasken für Unternehmen sind die Brautmasken eine kreative Beschäftigung, die viel Zeit in Anspruch nimmt. „Für eine sehr aufwendig verzierte Maske mit Spitze und Perlen benötigt man schon rund zwei Stunden“, sagt die Designerin. Eine solche Maske kostet dann rund 40 Euro. Weniger aufwendig verzierte Brautmodelle gibt es bereits ab 20 Euro.

Die Masken entstehen in der Regel aus den Resten des Brautkleidstoffs. „So werden die Masken dann auch ein Teil des gesamten Brautoutfits und fühlen sich nicht so fremd an“, sagt Weijs. Trotzdem achte Weijs darauf, dass es sich bei dem Stoff möglichst um Baumwollspitze handelt. „So könnten die Brautmasken dann theoretisch auch gewaschen und nochmal getragen werden“, sagt Weijs. In der aktuellen Ausnahmesituation fertigt die Mönchengladbacherin auch Masken für Kleider, die nicht aus ihrem Atelier stammen. „Es ist schon eine besondere Situation für Bräute. Der Tag soll trotzdem so schön wie nur möglich für sie werden“, sagt sie.