Duisburg: Eltern bieten Baby auf Ebay an

Anzeige in Duisburg: Eltern bieten Baby auf Ebay an

Die Polizei Duisburg ermittelt wegen Menschenhandel, weil ein Baby in einer Ebay-Kleinanzeige für 5000 Euro zum Verkauf angeboten worden ist. Die Beamten haben das Kleinkind mittlerweile dem Jugendamt übergeben.

Die Anzeige wurde in Duisburg aufgegeben, aber bereits nach rund einer halben Stunde gelöscht. Mitarbeiter der Handelsplattform hatten die Behörden eingeschaltet. Ihnen sei die Anzeige aufgefallen, sagte ein Sprecher von Ebay-Kleinanzeigen.

Am Mittwochabend hatte die Polizei daraufhin die Wohnung einer Flüchtlingsfamilie in Duisburg-Rheinhausen durchsucht. Dabei wurde auch ein 40 Tage alter Säugling gefunden, so wie in der Anzeige beschrieben. Das Kind wird nun vom Jugendamt betreut. Laut Polizei wurden in der Wohnung zudem verschiedene Beweismittel wie Handys und Computer sichergestellt.

Sicher ist, dass die Anzeige vom Internetanschluss des Paares aufgegeben wurde, den allerdings auch andere Familienmitglieder nutzten. Unklar bleibt, ob es sich um ein ernst gemeintes Angebot handelte - oder um einen üblen Scherz. Die Eltern sind nach ihrer Vernehmung wieder zu Hause.

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"Baby zu verkaufen"

Erst Anfang des Jahres hatte ein Fall aus China für Aufsehen gesorgt, bei dem ein 19-jähriges Paar sein Kind im Netz zum Kauf angeboten hatte, um sich für den Preis von 3200 Euro ein iPhone und ein Motorrad leisten zu können. Die Eltern sind inzwischen in Haft. 2013 inserierte eine Frau aus England ihren neugeborenen Jungen auf "Gumtree", der britischen Version von Facebook.

Obwohl der Anzeigentext lautete: "Baby zu verkaufen. Kommt mit allem, was nötig ist. Abgabemöglichkeit gesucht, weil genervt von Zeitverschwender", sagte die Mutter später, es sei nur ein Spaß gewesen. Die Kinder wurden in die Obhut des Jugendamtes übergeben. In Deutschland ist bereits das Verkaufsangebot für ein Kind strafbar.

(ham)