Bergmannsheil in Bochum: Feuerwehrverband kritisiert geltende Brandschutzregeln

Fehlende Rauchmelder in Bochumer Uniklinik : Feuerwehrverband kritisiert geltende Brandschutzregeln

Zwei Todesopfer forderte der Brand im Bochumer Klinikum Bergmannsheil. Jetzt stellt sich heraus: Im betroffenen Gebäude gab es nicht überall Rauchmelder. Die Klinik beruft sich auf geltende Brandschutzbestimmungen - doch sind diese zeitgemäß?

Nach dem verheerenden Feuer im Bochumer Universitätsklinikum Bergmannsheil mehren sich kritische Stimmen an den geltenden Brandschutzregeln. Hintergrund ist die Tatsache, dass es lediglich auf den Fluren des Krankenhauses Rauchmelder gab - darüber hatte zuerst das Online-Portal "Der Westen" berichtet. Ein Sprecher des Klinikums bestätigte unserer Redaktion, dass in den Patientenzimmern des betroffenen Hauses 1 keine Rauchmelder installiert waren. Genau dort hatte sich eine 69 Jahre alte Patientin mit einem Desinfektionsmittel übergossen und angezündet.

Lediglich auf den Stationsfluren des Hauses seien Rauchmelder vorhanden gewesen, sagte der Kliniksprecher. "Unsere technische Ausstattung zur Brandsicherung, ebenso wie unsere Brandschutzkonzepte und Evakuierungspläne werden regelmäßig von zuständigen Behörden und externen Sachverständigen geprüft." Sämtliche Auflagen seien im Klinikum Bergmannsheil damit erfüllt.

Kritik an den geltenden Sicherheitsbestimmungen gibt es jetzt aus der Politik. "Falls die Krankenzimmer im Bergmannsheil-Krankenhaus nicht mit Rauchmeldern ausgestattet waren, wäre das der Beleg für eine erschreckende Fahrlässigkeit", sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Gregor Golland. "Entweder der Landesgesetzgeber hat die Auflagen nicht klar genug formuliert oder er hat die Einhaltung nicht gut genug kontrolliert. Das ist vor allem vor dem Hintergrund unverständlich, dass die Rauchmelder-Auflagen für Wohngebäude soeben erst verschärft worden sind."

Gewaltige Herausforderung für die Feuerwehr

Der Brand, der am 30. September große Teile des Krankenhauses zerstörte, war für die Feuerwehr eine gewaltige Herausforderung. Es dauerte nur wenige Minuten, bis die Flammen vom Brandherd im sechsten Stock auch das direkt darüber liegende Dach erreicht hatten. Der gesamte obere Teil der achtstöckigen Klinik war bereits nach wenigen Minuten in Flammen und dichte Rauchschwaden gehüllt. Sechs Minuten dauerte es, bis die Feuerwehr am Ort der Katastrophe eintraf.

Bereits kurze Zeit nach dem Unglück mehrten sich die Diskussionen darüber, ob der Brand hätte verhindert werden können, und ob die Einsatzkräfte schnell genug am Ort des Geschehens waren.