Rheuma ist häufige Fehldiagnose: Gelenkbeschwerden wegen Schuppenflechte

Rheuma ist häufige Fehldiagnose : Gelenkbeschwerden wegen Schuppenflechte

Bonn (RPO). Bei chronisch entzündlichen Gelenkschmerzen verlassen viele Patienten mit der Diagnose einer rheumatoiden Arthritis die Arztpraxis. Doch in vielen Fällen stecke gar kein Rheuma hinter den Beschwerden, sagt Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen-Rheuma-Liga in Bonn: "Oft sind die Gelenkentzündungen auch Folgen einer Psoriasis, also einer Schuppenflechte."

Die Symptome gleichen sich, die Schmerzen plagen: "Ob eine rheumatoide oder eine Psoriasis-Arthritis vorliegt, ist für den Arzt oft nur sehr schwer zu diagnostizieren", sagt Gromnica-Ihle. Grundlage für die Diagnose sei eine Ausschlussdiagnostik. Wichtig dafür sei es, dass Patienten den Arzt über ihre Hauterkrankung informieren.

"Wer mit Gelenkschmerzen oder auch Rückenschmerzen zum Arzt geht, sollte unbedingt von der Schuppenflechte berichten." Selbst wenn die Flechte sich nur minimal, zum Beispiel am Bauchnabel oder an den Nägeln zeige. "Auch Erkrankungen in der Familie, zum Beispiel eine Schuppenflechte bei Eltern oder Großeltern, sollte erwähnt werden", rät die Expertin.

Denn es sei möglich, die Krankheit in sich zu tragen, ohne dass sie sichtbar beziehungsweise ausgebrochen sei. "Rund 15 bis 40 Prozent aller Menschen mit Schuppenflechte bekommen auch Gelenkentzündungen", nennt Gromnica-Ihle Zahlen. Der Blick auf die Familienanamnese gebe dem Arzt wichtige Anhaltspunkte, die eine zeitnahe Diagnose erleichterten.

(DAPD)
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