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Erkältungsmythen aufgedeckt: Erkältung — die Mittel des kleinen Mannes

Erkältungsmythen aufgedeckt : Erkältung — die Mittel des kleinen Mannes

Erwachsenen leiden mindestens einmal pro Jahr an einem grippalen Infekt, so Expertenschätzungen. Damit führt die Erkältung die Hitliste der häufigsten Krankheiten an. Hilft dann Vitamin C, oder kann man die Krankheit in der Sauna ausschwitzen?

Beim Kampf gegen die typischen Symptome wie Halskratzen, Naselaufen, Husten und Gliederschmerzen setzen viele auf alte Hausmittel. Doch welche sind wirklich empfehlenswert und welche entpuppen sich als Mythen?

Der Volksmund weiß es schon lange: Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie. Nicht jeder aber mag sich die Zeit nehmen, um die Erkältung einfach im Bett auszukurrieren. Gerne greifen Betroffene zu Vitaminen und Mineralstoffen, in der Hoffnung, sie mögen ihr Immunsystem schneller auf Vordermann bringen und so die lästige Erkältung quitt sein.

Mit Vitamin C lässt sich eine Erkältung vertreiben

Darüber sind Wissenschaftler geteilter Meinung. Unstrittig ist zwar, dass Vitamin C regelmäßig auf dem Speiseplan stehen sollte, um das Immunsystem zu stärken. Doch wenn es einen schon erwischt hat, nutzt auch die Extraportion Vitamin C nichts mehr. Die Zeit der Erkrankung kann damit nicht verkürzt werden. (enthalten z.B. in Zitrusfrüchten, Kiwis und Brokkoli)

Hilft vielleicht Zink?

Amerikanische Forscher haben festgestellt, dass das regelmäßige Einnehmen von Zinktabletten die Dauer einer Erkältung um drei Tage verkürzen kann. Allerdings ist dieses Forschungergebnis umstritten.

Fakt ist, dass der Mensch sich ausreichend mit Nährstoffen versorgen muss, um sein Immunsystem fit zu halten. Wer zu wenig Vitamin C oder auch Zink zu sich nimmt, der riskiert eine erhöhte Infektanfälligkeit. Darauf verweist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE).

Was ist mit Nahrungsergänzungsmitteln?

Hilft im Umkehrschluss eine Nahrungsergänzung mit diesen Nährstoffen, um Infektionen vorzubeugen oder zu behandeln? Nein, zeigen die Ergebnisse von Reviews und Meta-Analysen: Die Wirksamkeit von Vitamin C und Zink zur Prävention und Behandlung von Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Demzufolge besteht kein Anlass für eine routinemäßige Einnahme dieser Präparate, so die Ernährungsexperten der DGE. Das, was wir über die Nahrung an Vitaminen und Spurenelementen zu uns nhemen, reicht im Normalfall vollkommen aus, um unseren Körper in ausreichendem Maß damit zu versorgen.

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Das sind die besten Vitamin C-Lieferanten

Die besten Vitamin C-Quellen sind Obst und Gemüse und aus ihnen hergestellte Säfte. Die Ernährungsexperten der DGE empfehlen Erwachsenen 100 Milligramm Vitamin C über Lebensmittel aufzunehmen. Raucher sollten 150 Milligramm täglich aufnehmen. Wer denkt, das sei nicht zu schaffen, der sei beruhigt: Schon in einer halben roten Paprika, einer Kiwi oder einer Tomate steckt das, was wir täglich brauchen. Wer die Vitamine lieber trinkt, der kann sein Vitamin C-Depot locker durch ein Glas frisch gepressten Orangensaft auftanken. Auch eine Portion gegarter Brokkoli liefert 150 Milligramm des Vitamins.

Das sind gute Zinklieferanten

Gute Zinklieferanten sind Rind- und Schweinefleisch, Geflügel, Ei, Milch, Käse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Die von der DGE empfohlene Zinkzufuhr von täglich 7 Milligramm für Frauen bzw. 10 Milligramm für Männer ist bei einer abwechslungsreichen Mischkost kein Problem. Sie steckt beispielsweise in zwei Scheiben Vollkornbrot mit Käse und 5 Esslöffeln Haferflocken bzw. in einer Portion (150 g) Rindfleisch und einem Glas Milch.

Nase besser hochziehen statt schnauben

Es widerspricht zwar den Regeln der guten Erziehung, doch aus wissenschaftlicher Sicht spricht nichts gegen das Hochziehen, aber durchaus etwas gegen das Schnäuzen. Denn dabei entsteht ein Druck, der dazu führen kann, dass sich die Krankheitserreger auch auf die Nasennebenhöhlen ausbreiten. Dann droht möglicherweise eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Deshalb lieber zwischendurch auch mal auf ein Taschentuch verzichten.

Gerade bei Schnupfen ist hier die regelmäßige Nasenspülung hilfreich. Die ist zwar nicht jedermans Sache, spült aber prima die Keime aus der Nase aus und bringt dort festsitzendes Sekret zum fließen.

Weitere Tipps zu Hausmitteln, die helfen, finden Sie hier.

Hier geht es zur Infostrecke: Erkältungsmythen aufgeklärt

(wat)