Ratgeber Auto-Hi-Fi - das sind die neuen Geräte und Trends

Ratgeber: Auto-Hi-Fi - das sind die neuen Geräte und Trends

Ein neues Audiosystem im Auto bietet immer mehr Funktionen und einen besseren Klang. Welche neuen Geräte gibt es, und worauf ist generell zu achten?

Dicke Bassrolle im Kofferraum, stromziehende Verstärker und große Lautsprecher auf der Hutablage - das war einmal. "Modernes Car-Hi-Fi-Tuning ist heute dezenter als noch vor zehn Jahren, die nachgerüsteten Systeme werden meist verdeckt montiert, Subwoofer ohne Platzverlust verbaut", sagt Matthias Wagner von der Fachhandelsgruppe Car Akustik System.

Vor allem Zweitbesitzer rüsten nach. "Durch das hohe Leasingaufkommen in Deutschland werden viele Autos nach zwei oder drei Jahren auf dem Gebrauchtwagenmarkt angeboten", sagt Wagner.

"Die Entertainmentsysteme sind dann oft technisch auf dem Stand von vor fünf Jahren - und für einige Fahrer nicht mehr zeitgemäß, weder bei der Hard- noch bei der Software." Zwar ließe sich bei vielen Geräten eine neue Software aufspielen, doch die Technik entwickelt sich rasant weiter.

Längst zählt Multimedia im Auto zum Standard, und die Konnektivität ist so weit fortgeschritten, dass viele Monitore und Multimedia-Radios auf das Smartphone zugreifen. Bei vielen Geräten erfolgt die Steuerung des Smartphones direkt über den Touchscreen.

Autofahrer legen deshalb vermehrt Wert auf größere Bildschirme und eine Vernetzung mit ihrem Smartphone oder direkt mit dem Internet. "Der Trend geht zu Systemen wie Apple Carplay oder Android Auto, also zu einer Spiegelung und Verbindung mit dem Smartphone und dem Autoradio", sagt Wagner. Zu den bekannten Marken zählen unter anderem Alpine, Clarion, Blaupunkt, Pioneer oder Kenwood.

Mit Geräten wie dem Blaupunkt Cape Town oder Bremen 975 hören Insassen nicht nur Radio, sondern mit Hilfe des Android-Betriebssystems auch die Lieblingsplaylist ihres Musikstreamdienstes wie Spotify oder Deezer. Gleichzeitig kann das Gerät den Fahrer mit aktuellen Onlinekarten durch den Verkehr navigieren - ohne dass er das Smartphone in die Hand nehmen muss.

Der Nachrüsttrend liege bei größeren Monitoren mit bis zu zwölf Zoll und der Integration von Assistenzsystemen. Heute bieten sie Hilfen wie Rückfahrkamera an und in naher Zukunft auch Spurhalteassistenten.

"Dadurch wird künftig der Einbau umfangreicher, da die Techniker neue Hardware in vorhandene Autosysteme einschleifen müssen", sagt Wagner. "Oder wenn es technisch nicht möglich ist, die werkseitigen Bildschirmsysteme zu tauschen, verbauen sie die Hardware in einer Blackbox und benutzen die schon im Auto vorhandenen Bildschirme." Manche Geräte werden sich künftig zusätzlich per Gesten steuerbar.

Beim Kauf neuer Geräte sollten Autofahrer nicht nur auf den Preis, sondern auch auf einfache Bedienbarkeit achten, rät Wagner. "Mit einem Drehregler lassen sich beispielsweise Lautstärke oder andere wichtige Funktionen ändern, auch im Dunklen oder ohne aufs Gerät zu blicken. Das ist sicherer als die Bedienung über reine Touchscreens."

Die Zeiten, in denen man einfach aus dem DIN-Schacht im Armaturenbrett das alte Radio herauszog, Adapterkabel anschloss und das neue Radio für Sound sorgte, sind längst vorbei, sagt Dirk Kreidenweiß, Projektleiter der Tuning World Bodensee, einer der größten Tuningmessen Deutschlands.

Auch wenn manche Onlinehändler Geräte günstig anbieten, raten die Experten zum Kauf im Fachhandel. Denn der berät nicht nur, sondern integriert die Geräte auch gleich fachgerecht ins Auto und in die Bordelektronik. Und in der Regel erhalten Kunden eine Garantie auf Einbau und korrekte Funktion.

Während es hochwertige Soundsysteme noch vor ein paar Jahren nur im Zubehörhandel gab, bietet die Autoindustrie heute auf Wunsch in fast allen Fahrzeugsegmente hochwertige Car-Audio-Ausstattung an. Mit der zunehmenden Entlastung der Autofahrer durch Assistenzsysteme steigt in Zukunft der Anspruch an das gebotene Entertainment.

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Bei der Mercedes S-Klasse entscheiden sich über zwei Drittel der Kunden für ein hochwertiges Soundsystem des deutschen Edelherstellers Burmester. Auch 3D-Sound und hochwertige Inszenierung der Soundsysteme werden in den nächsten Jahren vermehrt Einzug ins Auto nehmen.

Eine Auswahl empfohlener Geräte der Experten und des In-Car-Electronic-Awards der EISA (European Imaging and Sound Association):

Das 9-Zoll-Navigationssystem bietet Navigations- und Entertainment sowie einen flexiblen Einbau. Es ist mit Apple Carplay und Android Auto kompatibel und kostet etwa 1400 Euro.

Passend zur VW-Innenraum-Optik bietet das Multimedia-Navigationsgerät von Blaupunkt einen 7 Zoll großen Bildschirm und das Android-Betriebssystem. Kosten: etwa 700 Euro.

Dieses 2-Din-Multimediagerät von Clarion bietet HD-Player, Touchscreen und integriertes Navi mit Apple Carplay sowie grafischen-Equalizer. Das digitale LCD-Farbdisplay mit LED-Hintergrundbeleuchtung misst 7 Zoll. Preis: etwa 900 Euro.

Die Mikro-Plug-and-Play-Mehrkanal-Endstufe von Helix passt in jedes Auto: Sie ist ungefähr so groß wie eine große Zigarettenschachtel, bietet fünf Verstärkerkanäle und ist eignet sich zum Tunen von Werkslösungen. Preis: etwa 500 Euro.

Mit dem digitalen Soundprozessor H8 DSP von Hertz soll sich das Klangbild im Auto verbessern lassen. Zeit, Frequenzen und Trennungen der Musik in den Lautsprechern werden genauer angepasst.
Preis: ca 360 Euro.

Kompakter AV-Receiver mit Bluetooth und Digitalradio sowie 7-Zoll-Bildschirm für einen Doppel-DIN-Schacht. Es ist mit Apple Carplay und Android Auto kompatibel, bietet Freisprechen und kostet etwa 400 Euro.

Für hohen Hörgenuss sorgt der Fünfkanal-Hybrid-Verstärker Pro 5/30 von Mosconi Gladen. Das erste Stereopaar liefert 85 , das zweite 170, der letzte Kanal leistet 600 Watt für den Subwoofer. Preis: etwa 1100 Euro.

Das Multimediagerät integriert sich optisch in das Design des VW Golf VII. Es ist mit Apple Carplay und Android Auto kompatibel, bietet einen 7-Zoll-Bildschirm und kostet etwa 370 Euro.

Der Doppel-DIN-Multimedia-Player mit 7-Zoll-Bildschirm bietet Digitalradio, 13-Band-Grafikequalizer, Apple Carplay und Android Auto sowie zwei Videoeingänge für beispielsweise eine Rückfahrkamera. Peis: etwa 350 Euro.

Der Einbaulautsprecher will für einen satten Musikklang im Auto sorgen. Ganz gleich ob Pop, Rock, elektronische Musik, Jazz oder Klassik. Preis: ca 450 Euro.

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(csr)