US-Ausstellung: Auto-Träume aus einem Guss

US-Ausstellung: Auto-Träume aus einem Guss

Düsseldorf (RPO). In den Anfängen der Corvette, einer Ikone der amerikanischen Sportwagen, verlegten sich die Konstrukteure auf kostengünstiges Materia. Eine Karosserie aus Kunststoff war in den 50er Jahren nichts Ungewöhnliches. Die schönsten Exemplare hat eine US-Ausstellung zusammengetragen.

Die USA sind die Heimat der Glasfaser. Was in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts als Wärmedämmung beim Bau begann, entdeckten nach dem Krieg recht schnell die Autobauer für sich. Als Pioniere auf diesem Gebiet gelten der Auto-und Flugzeugdesigner Bushnell William Stout und Games Slayter, der seinerzeit eine Führungsposition bei einer Fiberglas-Firma inne hatte.

So wurde im Jahr 1946 der Stout Forty-Six geboren, der als Urvater der Fiberglass-Autos im Petersen Automotive Museum von Los Angeles steht. Sein Design darf - verglichen mit den knapp 20 anderen Entwürfen - als geradezu bescheiden bezeichnet werden. Da finden sich teilweise recht vogelwilde Exemplare darunter, die Ausdruck ihrer Zeit waren, aber auch der freien Gestaltungsform mit diesem Werkstoff.

Duschen, Badewannen, Möbel

Dieser war ebensogut für Boote, Flugzeuge, Duschen, Badewannen, Möbel, Lampen und allerlei andere Produkte seinerzeit modernen Designs auserkoren. Entsprechend wirkten viele der Karossen buchstäblich wie aus einem Guss. Neben der Covette stehen in den Schauräumen weitere namhafte Modelle wie ein Ford Mustang, ein Volvo P1900 oder eine Dodge Viper, bei der dieses Prinzip bis 1992 angewendet wurde.

  • Die schönsten Fiberglas-Autos der USA

Das vermutlich skurrilste Fahrzeug stammt indes aus dem Jahr 1974. Beim quietschgelben Dreirad des Designers Dale Clift handelt es sich um eine Auftragsarbeit der "Twentieth Century Motor Car Corporation”. Diese wiederum war in erster Linie zu dem Zweck gegründet worden, um Investoren nach dem Schock der ersten Ölkrise das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Paradiesvogel auf drei Rädern

Der Dale sollte nämlich besonders sparsam sein bei gleichzeitig herausragenden Fahreigenschaften. Doch der Prototyp war nichts anderes als ein Paradiesvogel auf drei Rädern. Und bei der Macherin des Schwindels, einer gewissen Geraldine Elizabeth Carmichael, handelte es sich in Wahrheit um einen Transsexuellen. Sein richtiger Name war Jerry Dean Michael, der seit 1961 auf der Fahndungsliste der Polizei stand. Enorme Summen hatte er bereits beseite geschafft. Als Angestellte eines Blumenladens wurde er verhaftet.

(RPO/kpl)