Neue Deutsche Härte: "Ost+Front" betet krachend das "Ave Maria"

Neue Deutsche Härte: "Ost+Front" betet krachend das "Ave Maria"

Kannibalismus, SM-Sex und Terror: Kein Eisen ist dem neuen Stern am "Neue Deutsche Härte"-Himmel zu heiß. Freunde von Rammstein, Megaherz und Eisbrecher müssen für "Ost+Fronts" Album "Ave Maria" Platz in ihren CD-Regalen machen.

Auf dem Cover des Albums "Ave Maria" prangt deutlich sichtbar der "FSK 18"-Aufkleber. Und das zu recht. Denn die Themen, die die Band verbalisiert und vor allem die Art und Weise, wie sie dies tut, ist alles andere als jugendgerecht. Aber wir leben nun mal nicht in einer heilen Welt und "Ost+Front" legen mit brutaler Offenheit den Finger in viele Wunden unserer Zeit.

Ost+Front mischt mit "Ave Maria" die Neue Deutsche Härte-Szene auf. Foto: CD Cover

Fette Gitarrenriffs, druckvolle Elektronik und zynische Texte wirbeln die teutonische Metal-Szene auf. Verbal wandeln sie mindestens auf den Spuren Rammsteins, manchmal auch ein kleines Stück darüber hinaus. Und doch haben die wütenden Texte ihre Berechtigung: Vielleicht hört der gemeine Bürger doch irgendwann einmal zu, wenn man ihm nur laut genug schreiend den Spiegel vor die häßliche ignorante Fratze hält.

Das klanggewordene Stahlgewitter entführt den Hörer in die Abgründe der Menschlichkeit - in allen erdenklichen Formen. Eine Attacke folgt der nächsten und jede ist lauter, ehrlicher, brutaler in ihrer Aussage, als die vorhergehende. Vielleicht wird vielen die auch stimmliche Nähe zu Rammstein negativ auffallen, aber "Ost+Front" hält sich damit an die Besten des Genres und die Band schafft ein überzeugendes Debut.

Ob die Optik der Band, die sich zwischen Mad Max und Hellraiser bewegt, ihrer Message hilft, sei mal dahingestellt. Aber in dieser Szene zählt immerhin auch das Auftreten. Hauptsächlicher Initiator des Projekts ist der durch Tanzwut, Corvus Corax und Shelmish bekannt gewordene Musikus Patrick "Pat" Lange.

(felt)
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