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Kinostarts: "Familie zu vermieten"

Neu im Kino : Romantische Komödie über zufälligen Familienvater

Der 1964 im wallonischen Namur geborene Benoît Poelvoorde ist ein Phänomen, das mit Leichtigkeit zwischen Action, Komödie, Satire, Sportfilm und Liebhaber wechselt. So kann er seinem depressiven Millionär Paul-André zugleich die Schattierungen von Schwermut und Lächerlichkeit mitgeben.

Jean-Pierre Améris, Regisseur der verschrobenen Liebeskomödie "Die Anonymen Romantiker", schickt den einsamen, schüchternen Mann, der äußerlich alles hat, was man sich wünscht, auf die Suche nach einer Familie. Im Fernsehen, sieht er die überforderte Mutter Violette (Virginie Efira), die dank ihrer frechen Schnauze nach einem ungeschickten Mundraub freigelassen wurde. Es wird ein Vertrag ausgearbeitet und der verwöhnte Millionär zieht zu Violette und deren Kindern in eine kleine, chaotische Hütte. Die Kühlschranktür ist nicht das Einzige, was dort nicht funktioniert.

Trotz all seiner und all ihrer Macken verlieben sich Violette und Paul-André, ganz gegen die platonischen Vertragsbedingungen. Als der verklemmte Kerl aus seiner Haut fährt und endgültig Herr des Hauses wird, zerfließt sie gefügig. Das wirkt reizvoll altmodisch und doch glaubhaft, wenn die Schalen der komödiantischen Typen aufbrechen und darunter Verletzungen, Ängste und Selbstvertrauen liegen, auf dem heftig rumgetrampelt wurde.

Améris gelingt eine romantische Komödie, die man als charmant bezeichnen kann. Märchenhaft ist zwar, wie einfach reich und arm zusammen kommen, doch den exzellenten Darstellern nimmt man gerne alles ab. Virginie Efira, die gerade bereits mit "Birnenkuchen mit Lavendel" bezauberte, kann verzweifelt frech und ganz schön trotzig.

Familie zu vermieten, Frankreich, Belgien 2015 - Regie: Jean-Pierre Améris, mit Benoît Poelvoorde, Virginie Efira, 97 Min.

(RP)