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Salvador Da Bahia: Autor Trojanow darf nicht in die USA einreisen

Salvador Da Bahia : Autor Trojanow darf nicht in die USA einreisen

Ganz wirkungslos und unbeachtet bleiben die Petitionen von Schriftstellern offensichtlich nicht. So ist dem Autor Ilija Trojanow – er gehört zu den Erstunterzeichnern eines unlängst dem Kanzleramt übergebenen Protestbriefes gegen die Überwachung durch den US-Geheimdienst – die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert worden.

Ganz wirkungslos und unbeachtet bleiben die Petitionen von Schriftstellern offensichtlich nicht. So ist dem Autor Ilija Trojanow — er gehört zu den Erstunterzeichnern eines unlängst dem Kanzleramt übergebenen Protestbriefes gegen die Überwachung durch den US-Geheimdienst — die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert worden.

Dies geschah ohne Angaben von Gründen. Doch für die Autorin Juli Zeh, die über die Gefahren des Internets mit Trojanow 2009 das Buch "Angriff auf die Freiheit" veröffentlichte, ist das Verbot auf das Engagement ihres Mitstreiters zurückzuführen.

Zeh nannte es gestern "reine Paranoia", wenn Menschen, "die sich für Bürgerrechte starkmachen, als Staatsfeinde behandelt werden".

Trojanow selbst begreift sich zwar nur als einen "kleinen Einzelfall"; aber: "Er illustriert die Folgen einer desaströsen Entwicklung und entlarvt die naive Haltung vieler Bürger, die sich mit dem Mantra ,Das betrifft mich doch nicht' beruhigen."

Der deutsche Autor mit bulgarischer Abstammung weilt auf Einladung des Goethe-Instituts in Brasilien und hatte vor, von dort zu einem Germanistenkongress nach Denver weiterzufliegen.

Eine dreiviertel Stunde vor seinem Abflug wurde ihm von einer Mitarbeiterin der Fluggesellschaft am Check-In-Schalter erklärt, dass ihm die Einreise untersagt wird. Und auf Rückfrage hieß es, so Trojanow: "Ihr Fall ist speziell."

Bereits im vergangenen Jahr hatte das amerikanische Konsulat in München das Arbeitsvisum für eine Gastprofessur von Trojanow in St. Louis zunächst abgelehnt. Nach anhaltenden Protesten der Universität wurde ihm das Visum schließlich doch erteilt.

(RP)