Köln Middelhoff fordert Millionen von Bank

Köln · Richter machen dem Inhaftierten wenig Hoffnung auf Erfolg.

 Middelhoffs Anwälte, Winfried Holtermüller (l) und Sabine Renken kommen im Landgericht in den Verhandlungssaal.

Middelhoffs Anwälte, Winfried Holtermüller (l) und Sabine Renken kommen im Landgericht in den Verhandlungssaal.

Foto: dpa, fpt fpt

Dem früheren Topmanager Thomas Middelhoff droht eine neue Niederlage vor Gericht. Das Kölner Landgericht sieht in einem von ihm angestrengten Zivilprozess gegen die Kölner Bank Sal. Oppenheim "nach derzeitigem Sach- und Streitstand recht ungünstige Aussichten für die Klage". Der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl sagte gestern in der mündlichen Verhandlung, er habe "ziemliche Probleme mit der Substanz des klägerischen Vortrags". Die Entscheidung in diesem Prozess soll am 3. Februar verkündet werden.

Der ehemalige Chef des Arcandor-Konzerns fordert in dem Verfahren zusammen mit seiner Ehefrau laut Gericht eine Summe von gut 100 Millionen Euro von Sal. Oppenheim. Er sei bei der Anlage in mehrere Fonds falsch beraten worden. Das Bankhaus wiederum verlangt dem Richter zufolge ebenfalls mehr als 100 Millionen Euro von Middelhoff im Rahmen einer Widerklage. Er habe Darlehen nicht zurückgezahlt.

Singbartl erläuterte unmittelbar nach der Verhandlung, wahrscheinlich sei, dass nur eine Klage Erfolg haben werde: Entweder bekomme Middelhoff sein Geld und die Widerklage werde abgewiesen oder aber Middelhoffs Klage scheitere und Sal. Oppenheims Forderungen würden erfüllt.

Der Manager erschien gestern nicht selbst vor Gericht, da er zurzeit in Untersuchungshaft ist. Er war am Freitag vom Landgericht Essen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wegen Fluchtgefahr wurde Middelhoff jedoch in U-Haft genommen. Das Landgericht Köln hatte ursprünglich das persönliche Erscheinen von Middelhoff angeordnet.

Der Kölner Prozess ist wichtig für Middelhoff. Im Sommer hatte er gesagt, er sei nicht pleite, komme allerdings an seine Liquidität nicht heran. Diese werde von Sal. Oppenheim blockiert.

(dpa)
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