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Nach GDL nun EVG: Streikdrohung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft

Gewerkschaft EVG : Nächster Bahnstreik hängt von Verhandlungen am Freitag ab

Nach der Lokführer-Gewerkschaft GDL hat nun auch die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG ihre Streikdrohung konkretisiert.

"Wir erwarten in der nächsten Verhandlungsrunde am Freitag vom Arbeitgeber ein akzeptables Angebot, das insbesondere unserer Forderung nach einer sozialen Komponente Rechnung trägt", sagte EVG-Chef Alexander Kirchner unserer Zeitung. Sollte sich die Bahn dem verweigern, bleibe der EVG "nichts anderes übrig, als dafür notfalls zu streiken", kündigte Kirchner an.

Die EVG will für ihre Mitglieder unter anderem sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr Gehalt im Monat. Das nächste Wochenende dürfte noch streikfrei bleiben. Aus EVG-Kreisen hieß es, man werde das Ergebnis der Verhandlungen in Ruhe bewerten und dann über einen Streik entscheiden.

In einer anderen Tarifauseinandersetzung hatte zuletzt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die Bahn seit Anfang September sechs Mal bestreikt. Vor Gericht scheiterte der bundeseigene Konzern mit dem Versuch, den jüngsten Ausstand verbieten zu lassen. Ein Spitzentreffen bei der Bahn soll heute den Weg für gemeinsame Tarifverhandlungen mit beiden Gewerkschaften freimachen. Sowohl GDL als auch EVG erheben den Anspruch, das gesamte Zugpersonal vertreten zu wollen. Die Bahn will aber nicht mit zwei Gewerkschaften über eine Personalgruppe verhandeln.

(may-)