Organhandel-Affäre um Eric Abidal: Staatsanwaltschaft beantragt Wiederaufnahme des Verfahrens

Ex-Barca-Präsident soll Leber illegal gekauft haben: Neue Ermittlungen in Organhandel-Affäre um Barcas Ex-Star Abidal beantragt

In der angeblichen Organhandel-Affäre um den spanischen Fußball-Meister FC Barcelona und die Lebertransplantation bei Barcas Ex-Profi und heutigem Sportdirektor Eric Abidal hat die kommunale Staatsanwaltschaft eine Wiedereröffnung des Ermittlungsverfahrens beantragt.

Die spanische Justiz bestätigte eine entsprechende Anfrage der katalanischen Behörde ohne Nennung weiterer Details und Hintergründe zum Antrag.

Im Zusammenhang mit Abidals Lebererkrankung vor sechs Jahren wirft Barcelonas Staatsanwaltschaft dem damaligen Barca-Präsidenten Sandro Rosell den illegalen Kauf des benötigten Organs vor. Die Strafverfolger berufen sich auf während Korruptionsermittlungen gegen Rosell aufgenommene Mitschnitte zu der fraglichen Zeit. Barcelona, Rosell, Abidal, die behandelnde Klinik und Spaniens nationale Transplantationsorganisation wiesen die Vorwürfe zu Monatsbeginn zurück und pochten auf eine ordnungsgemäße Durchführung der Organverpflanzung, ehe das Untersuchungsverfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt wurde.

Bei Abidal war 2011 während seiner Profi-Zeit in Barcelona ein Leber-Tumor festgestellt worden. Zwar konnte das Geschwür zunächst problemlos entfernt werden, doch ein Jahr später benötigte der französische Nationalspieler eine neue Leber. Seinen Angaben zufolge war seinerzeit sein Cousin Gerard der Organspender. 2013 gab Abidal sein Comeback im Barca-Trikot, wechselte später jedoch noch zum AS Monaco und Olympiakos Piräus, bevor der Abwehrspieler seine aktive Laufbahn 2014 beendete. Anfang Juni dieses Jahres berief Barca Abidal zum neuen Sportdirektor.

(ako/sid)