Wer wird Nachfolger von Cristiano Ronaldo bei Real Madrid?

Neymar als Ronaldo-Nachfolger?: Real Madrid sucht einen neuen König

Nach dem "Jahrhunderttransfer" von Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin braucht Real Madrid einen Ersatz für den Weltfußballer. Und der wird teuer.

Urlauber Cristiano Ronaldo brach nach seinem 117 Millionen Euro schweren "Jahrhunderttransfer" mit einem seiner ehernen Vorsätze. CR7, seit dem Tod seines Vaters Jose im Jahr 2005 strikter Anti-Alkoholiker, ließ sich im griechischen Feriendomizil lächelnd mit einem Glas Champagner ablichten.

Noch während der neue Superstar von Juventus Turin mit Klubboss Andrea Agnelli und seinem Agenten Jorge Mendes auf dieses "Meisterwerk" (Gazzetta dello Sport) anstieß, zückte Florentino Perez das Scheckheft. Der Präsident von Real Madrid ist gewillt, auf der Suche nach einem "galaktischen" Nachfolger für Ronaldo ganz tief in die Tasche zu greifen - und könnte damit ein europaweites Transferdomino auslösen.

Das erste Objekt der Begierde: Neymar. Kein anderer Spieler kommt dem gewaltigen Werbewert von Ronaldo näher als der Brasilianer. Die spanische Sportzeitung AS nannte Neymar "die große Obsession von Perez" und den "perfekten Ersatz, fußballerisch und vom Marketing her".

Perez buhlt seit geraumer Zeit um Neymar - und hat damit dazu beigetragen, dass Ronaldo ihn im Stile einer beleidigten Diva um seinen Abschied ersuchte. Wenn Neymar irgendwann Weltfußballer werden wolle, müsse er zu Real kommen, sagte Perez Ende 2017: "Madrid gibt einem großartigen Spieler das, was er braucht. Die ganze Welt weiß, dass ich ihn haben will."

Allerdings: Neymar (26), mit 222 Millionen Euro Ablöse teuerster Spieler der Geschichte, hat bei Paris St. Germain einen Vertrag bis 2022. PSG mit Neu-Trainer Thomas Tuchel hat mehrfach betont, ihn unter keinen Umständen gehen lassen zu wollen. Die katalanische Sportzeitung Mundo Deportivo berichtet nun jedoch, Paris habe dem FC Barcelona 270 Millionen Euro für Philippe Coutinho geboten. Als Neymar-Ersatz?

Eine einfachere Beute für Real wäre Belgiens WM-Star Eden Hazard. Der 27-Jährige machte im Juni kein Hehl daraus, dass er "eines Tages für Real" spielen wolle. "Das weiße Trikot ist etwas Besonderes", sagte der Offensivspieler, der beim FC Chelsea bis 2020 gebunden ist. Dort würde er in der kommenden Saison aber nicht in der Champions League spielen.

Weniger realistisch sind Transfers von Harry Kane oder Kylian Mbappe. Kane hat erst kurz vor der WM bis 2026 bei Tottenham Hotspur verlängert. Über Mbappe (PSG/Vertrag bis 2022) sagte Perez 2017: "Er ist 18. Lasst ihn sich entwickeln..." Das tat Mbappe mit Frankreich bei der WM vor den Augen der Fußball-Welt, er gehört zu den begehrtesten Profis des Planeten.

An der Spitze steht noch immer Ronaldo, auch mit 33 Jahren. Neben der Ablöse in Höhe von 100 Millionen Euro ließ sich Juve den vielleicht besten Stürmer der Geschichte 17 Millionen an Gebühren kosten. Mit 30 Millionen Euro verdient Ronaldo bis 2022 neun Millionen/Jahr mehr als bisher - aber immer noch weniger als Neymar (35) oder Dauerrivale Lionel Messi (41). Das Gesamtvolumen des Transfers schätzen Experten auf 350 bis 400 Millionen, Juve müsse daher Spieler verkaufen. Ein Abgang von Gonzalo Higuain zu Chelsea steht im Raum.

Turin fiebert nach dem "Jahrhunderttransfer" (Corriere dello Sport) oder "Jahrhundertcoup" (Tuttosport) der Landung des "Marsmenschen" (Corriere della Sera) entgegen. Am Montag soll Ronaldo im Piemont erscheinen. Dort erwarten ihn neben den Tifosi, die ihn bereits nach seinem Traumtor im jüngsten Viertelfinale der Champions League gegen Juve gefeiert hatten, auch seine neuen Kollegen sehnsüchtig.

"Cristiano, wir haben zusammen großartige Momente in Madrid erlebt. Ich habe große Lust, wieder mit Dir zu arbeiten", schrieb Sami Khedira. Emre Can meinte, es sei "fantastisch, mit Ronaldo zusammen zu spielen".

Und Ronaldo? Die neun Jahre in Madrid "waren wohl die glücklichsten meines Lebens", sagte er. Doch jetzt sei es Zeit für "einen neuen Abschnitt". Prost!

(SID)