Krefeld Pinguine: Saison-Planung reibungslos wie noch nie

Krefeld Pinguine : Saison-Planung reibungslos wie noch nie

Die personellen Planungen der Pinguine für die neue Saison sind fast abgeschlossen. Der Heilbronner Verteidiger David Fischer könnte der letzte Neuzugang sein. Im Streit mit dem KöPa trafen sich beide Seiten.

Es ist ruhig geworden um die Krefeld Pinguine. Das war in der jetzt 20-jährigen DEL-Geschichte der Schwarz-Gelben während der eishockeylosen Zeit sehr selten. Nach der sportlich erfolgreichsten Saison seit 2003, die Ende April in der Rheinlandhalle mit einem stimmungsvollen Abschlussfest endete, haben die Verantwortlichen ihre Hausaufgaben für die kommende Spielzeit erledigt.

Die Lizenzerteilung, die Anfang Juli erfolgen soll, gilt als sicher. Die neue Mannschaft, die sich am ersten August-Wochenende an der Westparkstraße treffen wird, ist so gut wie komplett. Lediglich der Streit mit der Seidenweberhaus GmbH als Betreiber des KöPa belastet die Atmosphäre rund ums "schönste Eisstadion Deutschland", wie die KEV-Fans die Arena nennen.

Jüngst saßen die Kontrahenten wieder an einem Tisch. "Das war ein sehr harmonisches Gespräch", sagte gestern Robert Haake, Geschäftsführer der KEV Pinguine Eishockey GmbH. Diese Aussage bestätigte gestern auch Paul Keusch, Geschäftsführer der Seidenweberhaus GmbH. Man habe sich weiter ausgetauscht, hieß es unisono. Ergebnisse gab es nicht.

Der Hauptstreitpunkt, die Abwicklung des Kartenvorverkaufs, wurde bei diesem Treffen laut Keusch "ausgelagert". Der Betreiber des KöPa pocht weiter auf Wiederherstellung des alten Zustandes und hat eine entsprechende Klage eingereicht.

Die Pinguine wollen dem Gericht bis zum 8. Juli eine schriftliche Stellungnahme überreichen und werden darauf verweisen, dass ihnen die Seidenweberhaus GmbH 370 000 Euro schulde. Das bestätigte der Aufsichtsrat der KEV Pinguine am vergangenen Freitag nach einer Sitzung gegenüber unserer Zeitung. "Wir haben in der Vergangenheit Rechnungen bezahlt, die wir eigentlich nicht hätten bezahlen müssen", sagt Haake.

Das Grundproblem bei dieser Auseinandersetzung scheint der Vertrag zu sein, der noch bis Mitte 2015 Gültigkeit besitzt. Das Schriftstück gilt unter Experten als recht schwammig. Beide Seiten versuchen, für sich so viel wie möglich herauszuholen.

Paul Keusch hofft zwar, dass man sich bis zum Beginn der neuen Eiszeit "am Grünen Tisch" einigt, rechnet derzeit aber mehr mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung: "Die wird dann bis September sicher nicht erledigt sein." Entscheidend wird sein, wie sich der Aufsichtsrat der Seidenweberhaus GmbH, sprich die Politik, verhält. 2014 sind Kommunalwahlen, da wird keine Partei Krefelds sportlichem Aushängeschild weh tun wollen. Die Rahmenbedingungen für die Pinguine sind im KöPa teilweise nicht mehr zeitgemäß. Ändert sich daran nichts, ist der DEL-Standort Krefeld stark gefährdet.

Vorerst dürfen sich die KEV-Fans auf neue Saison freuen. Mit Verteidiger David Fischer vom Zweitligisten Heilbronn soll schon bald der letzte Neuzugang präsentiert werden. Auch mit den Vertragsverlängerungen mit Steve Hanusch und Kyle Sonnenburg ist zu rechnen. Dann wäre der Stammkader der Pinguine vor dem ersten Eistraining mit zwei Torhütern, acht Verteidigern und 14 Stürmern zahlenmäßig so groß wie nie zuvor.

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(RP/rl)
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