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Proteste lassen Ägyptens Wirtschaft abstürzen

Proteste lassen Ägyptens Wirtschaft abstürzen

Kairo/Düsseldorf Die Unruhen in Ägypten haben für das Land schwere wirtschaftliche Einbußen zur Folge. Urlauber sorgen sich um ihre Sicherheit, Anleger ziehen wegen der politischen Instabilität Kapital ab. Nach Berechnungen der französischen Großbank Crédit Agricole kostet die Krise die ägyptische Wirtschaft jeden Tag rund 230 Millionen Euro. Gestern musste die Staatsbank zur Stützung des abgestürzten ägyptischen Pfunds intervenieren.

Der Generaldirektor der Zentralbank, Faruk Okdah, schätzte die bisherigen Verluste allein für den Tourismussektor des Landes auf 1,5 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro). Zwar war es in den Tourismuszentren am Roten Meer bisher vergleichsweise ruhig, doch viele Gäste buchten ihre Reisen um oder verließen vorzeitig das Land. Mit Tui Deutschland sagte gestern ein führender Anbieter für Ägypten-Urlaub alle Reisen in das Land bis Ende Februar ab. Bislang hatte Tui wegen der Unruhen Reisen an das Rote Meer nur bis 14. Februar gestoppt. Bis Ende Februar können Kunden ihre Ägypten-Reise, die sie bis einschließlich 12. April antreten wollten, noch kostenfrei umbuchen, teilte Tui mit.

Ägypten hatte zuletzt viele Investoren vor allem aus Afrika und dem Nahen Osten angelockt und konnte ein kräftiges Wirtschaftswachstum vorweisen. Jetzt erwarten Experten einen herben Einbruch. Zwar blieb der für den Weltseehandel extrem wichtige Suez-Kanal auch während der Unruhen geöffnet, aber der Warenaustausch mit Ägypten ist zeitweilig fast zum Erliegen gekommen. Im Januar gingen die Ausfuhren laut Industrieministerium um sechs Prozent zurück, nachdem viele Unternehmen und Banken ihre Arbeit eingestellt hatten.

(RP)