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Konjunktur: Wirtschaft wächst um im zweiten Quartal um 1,5 Prozent

Zahlen für zweites Quartal : Deutsche Wirtschaft wächst um 1,5 Prozent

Deutsche Wirtschaft wächst um 1,5 Prozent

Die Wirtschaft in Deutschland hat im zweiten Quartal weiter zugelegt. Im Vergleich zum ersten Quartal fiel das Bruttoinlandsprodukt um 1,5 Prozent höher aus. Das Plus im Vergleich zum zweiten Quartal 2020 betrug 9,6 Prozent.

Die deutsche Wirtschaft ist mit dem Ende des Corona-Lockdowns im Frühjahr wieder in Schwung gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von April bis Juni um 1,5 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer Schnellschätzung mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten allerdings ein Plus von 2,0 Prozent erwartet. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaft in der dritten Corona-Welle um 2,1 Prozent eingebrochen, wie aus neuesten Berechnungen der Statistiker hervorgeht. Zunächst war nur von einem Minus von 1,8 Prozent die Rede.

Nun erholte sich die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal wieder, wie Destatis konstatierte. Dazu trugen vor allem höhere private und staatliche Konsumausgaben bei. Die Bundesbank geht davon aus, dass sich das Wachstumstempo im Zuge der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft im Sommer noch beschleunigt. So könnte das BIP im laufenden dritten Quartal sein Vorkrisenniveau erreichen. Die steigenden Corona-Infektionszahlen im Zuge der Ausbreitung der Delta-Variante trüben allerdings die weiteren Aussichten etwas ein. Manche Experten befürchten daher, dass die Wirtschaft zum Jahresende wieder verstärkt unter den Folgen der Pandemie leiden könnte. Hinzu kommt, dass der Industrie steigende Rohstoffpreise und Lieferengpässe für wichtige Vorprodukte zu schaffen machen.

Auch das Wachstum der italienischen Wirtschaft hat im Frühjahr deutlich an Stärke gewonnen. Im zweiten Quartal sei die Wirtschaftsleistung um 2,7 Prozent im Quartalsvergleich gestiegen, teilte die Statistikbehörde Istat am Freitag in Rom mit. Volkswirte wurden von der Stärke der konjunkturellen Belebung überrascht. Sie hatten in den Monaten April bis Juni im Schnitt nur mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,3 Prozent gerechnet.

Im ersten Quartal war die Wirtschaft der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone nur leicht um revidiert 0,2 Prozent (zuvor 0,1 Prozent) gewachsen. Im Winterhalbjahr hatten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie die italienische Wirtschaft belastet.

Mit der Lockerung der Maßnahmen kam die Konjunktur im Frühjahr wieder stärker in Schwung. Hiervon konnte vor allem der Bereich Dienstleistungen profitieren. Außerdem wurde das Wachstum Istat zufolge durch eine Belebung in der Industrie und durch einen stärkeren Außenhandel gestützt.

Derweil ist die Inflation in den Euro-Ländern im Juli auf voraussichtlich 2,2 Prozent gestiegen. Wie die Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg am Freitag mitteilte, stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat besonders die Verbraucherpreise für Energie mit rund 14 Prozent. Lebensmittel, Tabak und Alkohol wurden um 1,6 Prozent teurer.

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Damit lag die Inflationsrate in den Euro-Ländern leicht über dem neuen Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von exakt 2,0 Prozent. Die EZB geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass Preisstabilität mit einem Inflationsziel von 2,0 Prozent auf mittlere Sicht am besten erreicht werden kann. Das kann demnach aber auch bedeuten, dass es zu einer Übergangsperiode mit Inflationsraten leicht über dem anvisierten Ziel kommen kann.

Die Zentralbank stellt vor dem Hintergrund des Wirtschaftseinbruchs in der Corona-Pandemie mit einer lockeren Geldpolitik äußerst günstige Finanzierungsbedingungen sicher. Die Zinssätze der EZB liegen derzeit bei historischen Tiefständen. Zudem unterhält die Bank ein wegen der Pandemie aufgelegtes Notprogramm zum Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen.

Für Deutschland schätzte Eurostat nach seiner Berechnungsmethode die Inflationsrate im Juli auf 3,1 Prozent. Das Statistische Bundesamt gab die Teuerung am Donnerstag mit voraussichtlich 3,8 Prozent im Vorjahresvergleich an.

(felt/REU)