Palästinenser bei neuen Protesten an Gaza-Grenzzaun getötet - mindestens 70 Verletzte

Mindestens 70 Verletzte: Palästinenser bei neuen Protesten an Gaza-Grenzzaun getötet

Bei neuen Protesten am Gaza-Grenzzaun sind nach palästinensischen Angaben zwei Menschen durch israelischen Beschuss getötet worden.

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben auf einen Posten der radikalislamischen Hamas gefeuert. Palästinenser sollen zuvor bei einem Protest nahe der Grenze des Gazastreifens „Sprengkörper und Brandbomben“ sowie eine Granate auf israelische Soldaten geworfen haben, teilte das Militär am Freitag mit. Im Gegenzug habe man das Panzerfeuer eröffnet.

Dabei wurden zwei Menschen getötet. Nach Angaben der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas handelt es sich bei einem Opfer um einen Mediziner, der Demonstranten an der Grenze zu Israel behandelte. Außerdem sei eine weitere Person bei Protesten durch israelisches Feuer ums Leben gekommen. 70 weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es. Das israelische Militär ließ die Todesfälle zunächst unkommentiert.

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Nach einer neuen Eskalation der Gewalt im Nahen Osten hatten militante Palästinenser in der Nacht zum Freitag ein Ende der Kämpfe mit Israel verkündet. Danach entspannte sich die Lage und die vereinbarte Waffenruhe zeigte am Freitag zunächst Wirkung. Ein Hamas-Sprecher erklärte jedoch, die wöchentlichen Proteste am Grenzzaun gingen weiter.

In den vergangenen vier Monaten sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen und einer lokalen Aktivistengruppe 164 Palästinenser durch das israelische Militär getötet worden. Unter den Toten seien drei Sanitäter gewesen. Im gleichen Zeitraum ist auch ein israelischer Soldat von einem palästinensischen Scharfschützen getötet worden.

(mba/dpa)