Studie: Stickoxide (NO2) verursachen Tausende vorzeitige Todesfälle

Tausende Todesfälle: So viele Menschen sterben vorzeitig durch Stickoxide

Rund 6000 Menschen in Deutschland sterben pro Jahr vorzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die von Stickoxiden ausgelöst werden. Das geht aus einer neuen Studie des Umweltbundesamts hervor.

Die Untersuchung der Behörde lag am Dienstag dem ARD-Magazin "Report Mainz" vor. Stickstoffdioxid (NO2), das in Städten hauptsächlich aus Dieselabgasen stammt, kann demnach über einen längeren Zeitraum schon in geringen Konzentrationen schwere Folgen haben.

Der erlaubte Jahresmittel-Grenzwert der EU liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Laut "Report Mainz" zeigt die Studie, dass bereits eine längere Stickstoffdioxid-Konzentration ab 10 Mikrogramm zu Erkrankungen und vorzeitigen Todesfällen führen kann. Solche Konzentrationen kämen auch in ländlichen Gebieten vor. In Innenstädten sind die Werte teils um ein Vielfaches höher.

Das Umweltbundesamt bestätigte die Existenz der Analyse. Sie soll Anfang März der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt werden. Demnach waren im Jahr 2014 rund 6000 vorzeitige Todesfälle allein auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen, die durch Stickstoffdioxid ausgelöst wurden.

  • Info : Was Autofahrer wissen wollen

Wissenschaftler gehen demnach davon aus, dass auch Schlaganfälle, Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD sowie Diabetes durch Stickstoffdioxid ausgelöst oder verschlimmert werden können.

Für die Studie wurden laut UBA zahlreiche andere wissenschaftliche Untersuchungen ausgewertet. Das Amt hat nach eigenen Angaben dabei nur solche Krankheiten berücksichtigt, bei denen statistische Zusammenhänge mit NO2-Belastungen verlässlich nachgewiesen sind.

(oko)
Mehr von RP ONLINE