Hulk, größter Pitbull der Welt: Tierschutzbund kritisiert Züchter

Größter Pitbull der Welt : Auch Tierschutzbund kritisiert Züchter von "Hulk"

"Hulk" ist der angeblich größte Pitbull der Welt: fast 80 Kilogramm schwer, auf den Hinterbeinen stehend 1,80 Meter groß. Internetvideos des Züchters zeigen den Hund, wie er ein Kind auf dem Rücken trägt oder als Wachhund trainiert wird. Tierschützer üben scharfe Kritik.

Ärger erregen gleich mehrere Dinge, mit denen die US-Züchter Marlon und Lisa Grennan auf ihrer Internetseite in Youtube-Videos werben. Die Ernährung, die Zucht an sich wie auch das Training seien problematisch, so der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Der Deutsche Tierschutzbund äußert sich nun ähnlich, bezieht sich aber auch auf den Umgang der Familie Grennan mit "Hulk" in Alltagssituationen.

Stolz hatte der Züchter Marlon Grennan in einem Interview mit der "Daily Mail" von der Ernährung von "Hulk" gesprochen. Rohes Hackfleisch und Eiweißpräparate hätten einen positiven Effekt auf das Wachstum des Hundes. Für Anna-Laura Knorpp vom Deutschen Tierschutzbund ist das jedoch nicht die ausgewogene Ernährung, die jedes Tier erhalten sollte. "Im Wachstum ist vor allem auf das richtige Verhältnis von Kalzium und Phosphor zu achten", sagt sie. Tatsächlich ist "Hulk" noch im Wachstum, doch von Phosphor und Kalzium sprechen die Züchter nicht. Der VDH sieht den erhöhten Eiweißgehalt in der Nahrung ebenfall kritisch, dieser könne Hautproblemen und Exzemen verursachen.

Neben der Nahrung kritisiert der Tierschutzbund auch den Umgang der Züchterfamilie mit dem Tier. So zeigen mehrere Videos "Hulk" mit den Kindern der Grennans, auf einem Video ist zu sehen, wie ein Kind der Familie auf dem Tier reitet.

Laut Anna-Laura Knorpp ist es generell nicht zu empfehlen, dass Kinder auf Hunden reiten. Dass das Verhalten auch noch von den Eltern unterstützt werde, sei ebenfalls kritisch zu sehen.

Dabei gehe es nicht nur um die Gesundheit des Tieres, sondern auch um die Kommunikation. So könnten Kinder die Körpersprache des Hundes nicht immer deuten. Die Deutung von Signalen aus der Körperhaltung bei "Hulk" sei aber auch für Erwachsene nicht so einfach. So seien die Ohren des Hundes kupiert, also gestutzt.

"Es werden zur Körpersprache zwar immer mehrere Körperteile eingesetzt, etwa Ohren, Rute, Fell oder Augen, dennoch wird dem Hund ein typisches Ausdrucksmittel genommen", sagt Anna-Laura Knorpp. In Deutschland ist das Kupieren von Ohren oder Ruten der Hunde aus Tierschutzgründen verboten.

Das Urteil des Tierschutzbundes über Marlon und Lisa Grennan ist eindeutig: "Seriöse Züchter, die aus Liebe zum Tier und nur auf Nachfrage züchten, legen keinen Wert auf Ruhm im Internet noch Einträge ins Guinness-Buch", so Anna-Laura Knorpp.

(ac)
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