Xanten: Jürgen Rosen - seit 40 Jahren als Prädikant unterwegs

Xanten: Jürgen Rosen - seit 40 Jahren als Prädikant unterwegs

Er hat in der evangelischen Kirche fast alles mal gemacht: Jürgen Rosen feiert am 3. Advent sein 40-jähriges Ordinationsjubiläum. Als einen "ganz normalen Gottesdienst" bezeichnet er das, was am 17. Dezember in der evangelischen Kirche am Markt Xanten ab 10 Uhr auf ihn zukommt.

Der ehemalige Gymnasial-Lehrer für Religion, Englisch, Geschichte und Kunst blickt dann auf ein großes kirchliches Engagement zurück: Bereits seit 1974 betätigte Rosen sich als Lektor in Xanten, war Mitglied des Xantener Presbyteriums (wie auch seine Frau Rosemarie), kurzzeitig als Landessynodaler, ebenso als Synodalbeauftragter für Archivpflege des Kirchenkreises. Er war Mitglied der Synode im Kirchenkreis und im Leitungsgremium des Kirchenkreises, dem Kreissynodalvorstand. Durch die kirchliche Altersgrenze für Leitungsämter war mit 75 Jahren Schluss. "Ich wurde eigentlich immer gefragt", so Rosen, "die Aufgaben haben mich gefunden". Er legt gerne den Finger auf die für ihn drängenden Themen. "So verstehe ich meine Aufgabe". Und als Lehrer machte er sie so gut, dass der Schulbehörde erst 1989 sein fehlendes Staatsexamen für die Religionslehre auffiel. Die Prüfung holte er in den Tagen rund um den Mauerfall nach.

Angefangen hatte alles damit, dass das Gemeindearchiv geordnet werden sollte. Für den geschichtlich interessierten Xantener folgten Lektorenlehrgänge, eine Sprechschulung durch einen WDR-Redakteur. Lektoren lasen damals vorbereitete und von ihnen "nur" bearbeitete Predigten vor. Später kam in Xanten die Idee des "Predigthelfers" auf: Damals wie heute brauchen Pfarrer Entlastung. Prädikanten dürfen heute alles, was ein Pfarrer auch macht. Nur mit der Leitung einer Gemeinde werden sie nicht betraut. Die ehrenamtlich tätigen "Hobbypfarrer", wie der 81-Jährige einmal sagte, sind gerngesehene Prediger. Sie bringen eben auch andere Erfahrungen aus ihrem persönlichen (Arbeits-)Leben mit ein. Im Kirchenkreis sind es eine Handvoll, die als Prädikanten unterwegs sind. So kann es schon mal passieren, dass Rosen seinen Sohn Armin auf der Kanzel entlastet; dieser wirkt als evangelischer Pfarrer in Pfalzdorf. Morgen wird Jürgen Rosen selbst predigen, Thema ist die Hoffnung. Das begleitet ihn auch im Ökumeneausschuss, "die ökumenische Denkfabrik Xantens", wie er sagt.

(RP)