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Solingen: Das Verhältnis von Subjekt und Welt

Solingen : Das Verhältnis von Subjekt und Welt

Der Fotograf Andreas Komotzki zeigt in der Galerie SK in den Güterhallen Fensterbilder von subtiler Ästhetik.

Der Bildzyklus "Slow Day" beschäftigt Andreas Komotzki seit 2013. "Ich schaue und fotografiere seit drei Jahren vorrangig auf und durch die Fensterscheiben meines Ateliers in Wuppertal", so erläutert der Fotograf sein Arbeitskonzept. Doch nicht der Ort, die Stadtlandschaft im Außenraum, ist Bildmotiv. Komotzki richtet seine Aufmerksamkeit auf das in der Alltagshektik oft Übersehene, Unspektakuläre, Unsichtbare. Er blickt auf die Oberfläche seines Atelierfensters und fotografiert die atmosphärischen Prozesse, die sich je nach Tageszeit, Wetterbedingungen und Lichtgegebenheiten auf dem Glas niederschlagen.

Die Schärfe liegt dabei auf der transparenten Scheibe. Jeder Regentropfen, jeder Kratzer, jedes Staubkorn auf dem Glas hält die Linse der Kamera fest. Der Durchblick auf den dahinter liegenden Außenraum verliert an Relevanz, bleibt unbestimmt, unscharf, malerisch verschwommen. So entstehen emotional geprägte Stimmungsbilder, poetische Momentaufnahmen mit einem anscheinend zeitvergessenen Blick - zum Beispiel auf verregnete Fensterscheiben.

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Die großformatigen Fotografien nehmen eine gesamte Wand der Galerie SK in den Güterhallen ein. "Ich liebe das Serielle," betont Komotzki. "Das Motiv ist in allen Regenbildern gleich, doch die Menge der Regentropfen und der Grad der Vernebelung, die sich auf der Scheibe absetzt, steigt von einer Ansicht zur nächsten, bis ein fast abstrakter Bildmodus entsteht." Der Betrachter spürt das Verstreichen der Zeit.

Komotzkis fotografischer Blick hat Bezüge zum impressionistischen Sehen. Nicht das gegenständliche Motiv ist bedeutungsvoll, sondern die momentane atmosphärische, sich ständig ändernde Erscheinung der Welt auf der Glasscheibe. Entsprechend nähert er seine Fotografien der Malerei an. Um die Leuchtkraft der Farben zu erhalten, verwendet er Pigmentdrucke auf hochwertigem Büttenpapier. Kleinformatige "Bild-Skizzen", wie er sie nennt, auf Passepartout-Karton gedruckt, wechseln mit großformatigen Arbeiten ab, die durch ihre minimalistische Rahmung hinter Glas den ursprünglichen Eindruck des Fensters für den Betrachter simulieren.

Den digitalen Farbfotografien, die in der Ausstellung gezeigt werden, ging die analoge Schwarz-Weiß- Fotoserie "Home" voraus. Hier ließ Komotzki die Welt mit Abstand an der Windschutzscheibe seines Autos vorbeiziehen. "Diese Reisebilder sind aufgeladen mit emotionalen Stimmungen von Heim- und Fernweh und führen", so erklärt der Künstler, "direkt zum Grundthema der aktuellen Ausstellung: dem Verhältnis von Subjekt und Welt."

Andreas Komotzki, 1963 geboren, studierte visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Düsseldorf und hat seit 2006 einen Lehrauftrag für Fotografie an der Bergischen Universität Wuppertal im Fachbereich Architektur.

2011/12 leitete er das interdisziplinäre Wuppertaler Stadtteilprojekt "Arrenberger Ansichten", finanziert vom Land NRW. Dort am Arrenberg in Elberfeld befindet sich auch sein Atelier.

Öffnungszeiten: sonntags von 14 bis 17 Uhr, mittwochs und donnerstags jeweils in der Zeit von 17 bis 19 Uhr.

(RP)