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Remscheid: Spannender Blick hinter die Kulissen

Remscheid : Spannender Blick hinter die Kulissen

Bei der fünften Auflage von "Wirtschaft erleben" waren wieder zahlreiche Besucher in den Betrieben unterwegs.

Der leuchtend rote Stahl wird immer wieder mit dem 120 Zentner schweren Hammer bearbeitet. Fasziniert drängten sich die Besucher dicht an die Absperrung, um den industriellen Vorgang möglichst nah zu sehen. Dasselbe Bild bietet sich an der 4.000 Tonnen Schmiedpresse, an der unter anderem Wellen mit bis zu 15 Meter Länge entstehen. Es ist ein Einblick, den man so sonst nicht bekommt. Der Aktionstag "Wirtschaft erleben" macht es möglich.

Zahlreiche Besucher nutzen am Samstag bei der fünften Auflage der offenen Türen der Remscheider Wirtschaft die Chance, sich in den Betrieben umzuschauen und die Produktionsabläufe kennenzulernen. Bei dem von den Wirtschaftsjunioren Remscheid organisierten Tag beteiligten sich 37 Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen.

Das Traditionsunternehmen Dirostahl ist von Anfang an dabei und bleibt ungebrochen ein Anziehungspunkt. Bis zu 1000 Interessierte strömten an dem Tag wieder entlang von Hammer, Presse und Dreherei und löcherten die Mitarbeiter mit Fragen zum Lüttringhauser Unternehmen. "Wir haben auch viele Wiederholungstäter. Selbst für mich ist das nach 40 Jahren immer noch faszinierend, zu sehen, wie der Stahl geformt wird", sagte Junior-Chef Roman Diederichs, der an dem Tag mit vielen Besuchern ins Gespräch kam.

Bei der Firma Dohrmann kamen - wie hier auf dem Bagger - auch die kleinsten Besucher auf ihrer Kosten- Foto: Meuter Peter

"Das ist eine super Sache. Ich staune, was für große Stücke hier gemacht werden und bin überrascht, wie groß das Gelände ist", resümiert Gerd Michel seinen Ausflug zu Dirostahl. Er nahm zusammen mit Brigitte Tillmanns zum ersten Mal teil. "Das hat sich gelohnt", sagte Tillmanns. Für die beiden ging es weiter zu Halbach Seidenbänder.

Ebenfalls auf dem Dirostahl-Gelände präsentierte sich die Firma Dohrmann. Schwere Bagger zogen Groß und Klein in ihren Bann. Auf dem Hydraulikbagger durften die Kids selbst das Steuer übernehmen. "Die Kinder haben Spaß und die Eltern noch umso mehr", merkte Geschäftsführer Nikolaos Argiriou an. Als bergisches Traditionsunternehmen sei es selbstverständlich, sich zu zeigen und den direkten Kontakt zu ermöglichen.

Die 17-jährige Marie Lüdtke nutze diese Chance, um sich über Ausbildungsmöglichkeiten bei Dohrmann zu informieren. "Ich möchte gerne Bauingenieurswesen studieren und wollte wissen, wie das mit einem Praktikumsplatz aussieht". Ganz unkompliziert organisierte sie sich so einen Platz. "Das hat sich gelohnt", zog sie ihr Fazit. Auch Mutter Bettina Lüdtke zeigte sich begeistert. "Das ist eine tolle Möglichkeit, sich die Grundlagen der Remscheider Industrie anzuschauen", sagte sie.

Großer Andrang herrschte auch in der Backstube der Bäckerei Beckmann. Kinder konnten aus einem Hefe-Quarkteig kleine Kunstwerke bilden. Lotte (9) und Amelie (9) verzierten ihre ausgestochenen Fledermäuse. "Das macht Spaß", waren sich die Mädchen einig. Thomas Bläsing half den Kids unter anderem dabei, Igel zu formen. "Sie sind sehr kreativ", lobte er.

Neben dem Unterhaltungscharakter für den Nachwuchs sieht Inhaber Peter Beckmann noch einen weiteren Vorteil: Man könne beim Kunden mit Vorurteilen aufräumen. "Viele sind überrascht, dass man hier keine Mehlsäcke schleppen muss oder das doch noch viel mit Handarbeit gemacht wird", erklärte er. Der Blick hinter die Kulissen sei für viele Besucher das Interessanteste.

(RP)